bedeckt München 22°
vgwortpixel

Waffenlieferungen:USA werfen Iran Verletzung von UN-Resolutionen vor

U.S. Ambassador to the United Nations Nikki Haley briefs the media in front of remains of Iranian 'Qiam' ballistic missile in Washington

Niki Haley präsentiert die angeblich iranische Rakete auf einer Luftwaffenbasis bei Washington.

(Foto: REUTERS)
  • Die USA haben nach eigenen Angaben erstmals direkte Beweise für eine Verstrickung Irans in den Bürgerkrieg im Jemen.
  • Auf einer Luftwaffenbasis bei Washington präsentierte die UN-Botschafterin Nikki Haley Überreste einer angeblich iranischen Rakete, die von Huhti-Rebellen im Jemen abgefeuert worden sein soll.
  • Haley rief zu einer Koalition gegen Iran auf - das die Vorwürfe dementierte.

Die USA werfen Iran die Bewaffnung militanter Gruppen mit Raketen und damit eine massive Verletzung von UN-Resolutionen vor. Vertreter des US-Verteidigungsministeriums und die Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, legten auf einer Luftwaffenbasis bei Washington erstmals angebliche Beweise dafür vor, dass im Iran gebaute Waffensysteme oder Bauteile für Waffen aus Iran an Huthi-Rebellen im Jemen geliefert wurden.

"Die Beweise sind nicht von der Hand zu weisen", sagte Haley. Hinter ihrem Rednerpult war eine Metallröhre aufgebaut, bei der es sich um die Überreste einer ballistischen Kurzstreckenrakete handeln soll, die Huthi-Rebellen Anfang November auf Saudi-Arabien geschossen haben. Die Bauart weise eindeutig darauf hin, dass es sich um iranische Technik handle, sagte Haley. Hinweise auf iranische Waffenlieferungen gebe es auch aus dem Libanon, Syrien und dem Irak.

Konflikt

Jemenitische Rebellen feuern erneut Rakete auf Saudi-Arabien ab

Der auf die Stadt Chamis Muschait gerichtete Flugkörper sei abgefangen worden, berichteten saudi-arabische Staatsmedien. Zuvor hatten die Huthi-Rebellen den erfolgreichen Test einer Mittelstreckenrakete verkündet.

"Der Kampf gegen iranische Aggressionen ist nicht nur unser Kampf, er ist der Kampf der ganzen Welt", sagte die Republikanerin Haley. Sie kündigte den Aufbau einer Allianz gegen Iran an. "Wir werden eine internationale Koalition bilden, die Iran und das, was es tut, zurückdrängen wird."

In New York stand zur gleichen Zeit ein Bericht der Vereinten Nationen vor der Veröffentlichung, von dem angenommen wird, dass er Iran die Einhaltung des Atomabkommens mit der internationalen Gemeinschaft attestiert. "Iran versteckt sich hinter dem Atomdeal", sagte Haley. Das Land versuche, abseits nuklearer Waffen gefährliche Kampfmittel in Umlauf zu bringen und damit Konflikte im Nahen Osten und darüber hinaus zu schüren.

Der iranische UN-Botschafter Gholamali Choschru wies die Vorwürfe zurück. "Iran hat Jemen nie Raketen zur Verfügung gestellt und diese Unterstellungen sind absolut grundlos", sagte Choschru. Auch die angeblichen Beweise Haleys seien gefälscht, sie reflektierten erneut die provokante Politik der USA gegenüber Iran.

Atomabkommen

Angst vor Trumps Launen

Sie wirken auf den Senat und Beamte ein: Ein Team aus Ex-Diplomaten versucht, den Atomdeal mit Iran zu retten. Doch die Willkür Trumps könnte den Vertrag zu Fall bringen, den er "den schlechtesten Deal aller Zeiten" nennt.   Von Paul-Anton Krüger

Unter einer UN-Resolution im Zusammenhang mit dem Atomabkommen zwischen der Staatengemeinschaft und Iran ist es dem Land verboten, Waffen ohne vorherige Genehmigung durch den UN-Sicherheitsrat außerhalb des Landes zu liefern. Eine Resolution zu Jemen verbietet auch Waffen-Lieferung an die schiitischen Huthi-Rebellen.