Waffenbesitz:Ein Bürgermeister, der sich bewaffnen will

Waffenbesitz: Marcel Litfin findet das strenge deutsche Waffenrecht ja gut, er findet nur, dass es für ihn eine Ausnahme geben sollte.

Marcel Litfin findet das strenge deutsche Waffenrecht ja gut, er findet nur, dass es für ihn eine Ausnahme geben sollte.

(Foto: Julian Stratenschulte/picture alliance/dpa)

Marcel Litfin aus dem kleinen niedersächsischen Ort Harsum wird, wie so viele Lokalpolitiker, bedroht. Die Leute hier mögen ihn, er ist nahbar, packt an, aber das mit der Waffe, na ja.

Von Marcel Laskus, Harsum

Wer am Haus von Marcel Litfin vorbeiläuft, kann ihm beim Leben zusehen. Wie er da steht in seiner hellen Wohnküche, in Kapuzenpullover und Adiletten. Wie er seiner dreijährigen Tochter ein Eis aus der Kühltruhe reicht. Sein Zaun ist nur so hoch, dass der Labrador nicht drüberspringen kann, wer aber größer ist als 1,65 Meter, hat freie Sicht auf Haus und Garten. Die Leute in der Gemeinde Harsum wissen, wo er wohnt, "der Marcel", wie die Älteren ihren Bürgermeister nennen. Seine Adresse steht ja bei Google Maps, sichtbar für jeden. Einmal sei eine Frau vorbeigekommen, klingelte einfach an seiner Tür. Um sich über die Schmierereien am Bahnhof zu beschweren. Er werde sich kümmern, habe Litfin gesagt. Und kümmerte sich. Er möchte ansprechbar sein, sichtbar, sich nicht verschanzen. Auch jetzt noch.

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