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Wählerwanderung bei Saarland-Wahl:Wem die Piraten die Stimmen abjagten

Stimmen für die Piraten kamen nicht nur aus dem Lager der Nichtwähler, zeigt die Analyse der Wählerwanderung an der Saar. Deutlich sichtbar ist die Konzentration auf das Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD und CDU. Und die FDP hat sogar an die Linkspartei Wähler verloren.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Heiko Maas (SPD) und Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Das zeigt sich auch in der Wählerwanderung, die Infratest Dimap erstellt hat. Die beiden großen Parteien haben Wähler von den drei kleinen gewonnen, von den Linken, den Grünen und der FDP.

Obwohl die SPD einige Wähler der CDU bei dieser Wahl für sich überzeugen konnte, reichte es nicht. Die Konservativen kommen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 35,2 Prozent. Die SPD, die zwar zwar mehr als sechs Prozentpunkte gewinnt, kommt jedoch insgesamt auf 30,6 Prozent - das reicht nur für die Juniorpartnerrolle in einer Koalition.

Die Misere der FDP zeigt sich auch an der Wählerwanderung. Die einstigen Wähler der Liberalen sind regelrecht geflüchtet. Die Liberalen haben an alle anderen Lager verloren, vor allem an die CDU, die Nichtwähler und die SPD.

Die Linke hat im Vergleich zur vergangenen Saar-Wahl ebenfalls erheblich Stimmen eingebüßt und kam auf 16,1 Prozent. Die Umfrage zeigt, dass ihre Wähler vor allem zu Hause geblieben sind. Die Linken haben aber an fast alle anderen Parteien Wählerstimmen abgeben müssen - gewonnen haben sie nur von der FDP.

Mit dem gleichen Resultat müssen die Grünen leben. "Sie blieben schwach, weil ihnen die Großen keine Machtoption einräumten", sagt Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer des Umfrage-Instituts Emnid. Das schlägt sich auch in der Wählerwanderung nieder: Die Grünen verloren vor allem an die SPD.

Die Piraten sind eine neue Oppositionspartei - bei ihnen machten vor allem Nichtwähler und enttäuschte Linkenwähler ihr Kreuz, zeigt die Analyse. Aber auch im bürgerlichen Lager sammelten die Piraten Stimmen: Es kamen mehr Wähler von CDU und FDP zu den Landtagsneulingen als von SPD und Grünen.