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Vorwurf des Kindesmissbrauchs beim Afghanistan-Einsatz:Britisches Militär ermittelt gegen zwei Soldaten

Die beiden Opfer sollen erst zehn Jahre alt gewesen sein: Zwei britische Soldaten stehen unter Verdacht, bei ihrem Afghanistan-Einsatz zwei Kinder missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Wie britische Medien berichten, habe die Militärpolizei Ermittlungen aufgenommen. Premierminister Cameron zeigte sich "zutiefst geschockt".

Die Vorwürfe wiegen schwer: Zwei britische Soldaten sollen während ihres Afghanistan-Einsatzes zwei kleine Kinder sexuell missbraucht haben. Sie sollen dabei sogar gefilmt und die Szenen ihren Kameraden auf Laptops gezeigt haben.

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Das Boulevardblatt Sun berichtet, dass zwei britische Soldaten bei ihrem Afghanistan-Einsatz (hier ein Archivbild von Soldaten aus dem Jahr 2010) zwei Kinder sexuell missbraucht und gefilmt haben sollen.

(Foto: dpa)

Wie das britische Boulevardblatt Sun berichtet, handele es sich bei den Opfern um einen Jungen und ein Mädchen, beide etwa im Alter von zehn Jahren. Das britische Verteidigungsministerium hat, wie auch die BBC und der Guardian berichten, inzwischen bestätigt, dass es gegen einen Gefreiten und einen Feldwebel der sogenannten "Mercian Battle Group" Ermittlungen gebe.

Demnach hätten Kameraden die beiden beschuldigten Soldaten gemeldet. Daraufhin seien auch mehrere Computer beschlagnahmt worden. Der Guardian berichtet, das Verteidigungsministerium nehme die Vorwurfe "extrem ernst". Eine spezielle Ermittlungsggruppe der Militärpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man aber noch keine weiteren Angaben machen.

Aus Ermittlerkreisen verlautete, man müsse nun untersuchen, ob es sich tatsächlich um einen Fall sexuellen Missbrauchs handele. Noch sei nichts bewiesen. Der britische Premier David Cameron sagte der Sun, er sei "tief geschockt" angesichts der Vorwürfe.

Es wäre der erste derartige Vorfall bei den britischen Truppen im Ausland. Vor einer Woche war bereits ein Video an die Öffentlichkeit gekommen, in dem US-Soldaten auf tote Taliban-Kämpfer urinieren.

© Süddeutsche.de/olkl
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