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Vorwahlen der US-Republikaner:"Expect the unexpected“

Die New York Times zum Beispiel erwartet nun, dass die Amerikaner bald mehrere Anti-Santorum-Werbespots sehen werden, in denen der frühere Senator aus Pennsylvania als charakterloser Washington-Insider dargestellt wird. Am nötigen Kleingeld fehlt es dem Romny-Super-Pac "Restore our Future" ja bekanntlich nicht - und der immense Vorteil, dass der Ex-Gouverneur aus Massachusetts über das mit Abstand professionellste Wahlkampfteam verfügt, bleibt weiter bestehen.

Rick Santorum

Ist wieder im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur: Rick Santorum.

(Foto: AP)

[] Die Nominierung Romneys als Obama-Herausforderer ist nicht unvermeidlich

Der Nachrichtensender CNN hat einen passenden Slogan für das republikanische Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gefunden: "Expect the unexpected" ("Erwarte das Unerwartete"). Mit seinem Dreifach-Erfolg hat sich Rick Santorum eindrucksvoll im Rennen um die Nominierung zurückgemeldet und kann sich darauf verlassen, in den kommenden Tagen viele Spenden zu erhalten - und viele Berichte über sich in den Medien zu finden. Wie gut er mit diesem Druck zurechtkommt, wird auch beeinflussen, wie lang er den Ruf als konservativer Gegenspieler zu Romney bewahren kann. Eines scheint gewiss: Der Schwung des 6. Februars wird den 53-Jährigen noch lange im Rennen halten.

Für Newt Gingrich, den wortgewaltigen 68-Jährigen, war der Abend ein Desaster. Die konservative Anti-Romney-Mehrheit, von der er so gerne spricht, war in Colorado und Minnesota klar gegeben - doch Gingrich war der deutlich kleinere Partner. Es muss den früheren Sprecher des Repräsentantenhauses schmerzen, dass so viele Republikaner Santorum als die bessere konservative Alternative ansehen. Und während er nur einen Sieg eingefahren hat, kann Santorum bereits vier für sich verbuchen. Nach außen gibt sich Gingrich erneut angriffslustig: Er setzt alles auf den Super Tuesday am 6. März und warb bereits am Wahlabend im wichtigen Bundesstaat Ohio. Sollte Gingrich in vier Wochen dort sowie in seiner Heimat Georgia siegen, wäre auch er wieder im Rennen.

Der 76-jährige Ron Paul bleibt weiterhin der einzige der vier Bewerber, der noch keinen Bundesstaat für sich entschieden hat. Allerdings belegten die 27 Prozent in Minnesota, dass der marktradikale Abgeordnete weiter seine aus vielen jungen Amerikanern bestehende Anhängerschaft mobilisieren kann. Der Texaner macht bisher ebenfalls keine Anstalten, seine Kandidatur vorzeitig abzubrechen.

Neben Rick Santorum, dem früheren Senator aus Pennsylvania, gibt es noch einen weiteren Gewinner dieses Abends. Er residiert in Washington in 1600 Pennsylvania Avenue und heißt Barack Obama. Nach der Schlappe von Mitt Romney werden sich die Republikaner weiter hart attackieren und den Demokraten Stoff für den eigentlichen Wahlkampf liefern. Und falls sich der Underdog Rick Santorum wirklich durchsetzen sollte, hätte der Demokrat leichtes Spiel: Die Umfragen prognostizieren ihm einen Sieg mit neun Punkten Vorsprung.

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