Vorwahl der US-Republikaner in Florida Romney siegt - und zeigt Gingrich seine Grenzen auf

Triumphaler Erfolg für Mitt Romney: Der frühere Gouverneur erhält in Florida knapp 50 Prozent aller Stimmen und lässt seinen schärfsten Konkurrenten Newt Gingrich deutlich hinter sich. Auf dem dritten Platz landet Rick Santorum, dahinter Ron Paul. Trotz des eindeutigen Votums wollen die unterlegenen Bewerber weiter kämpfen.

Mitt Romney hat die Vorwahl der US-Republikaner in Florida deutlich gewonnen. Damit setzte sich der ehemalige Gouverneur von Massachusetts im Zweikampf mit Newt Gingrich um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten ab. Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen kam Romney laut New York Times auf 46,4 Prozent, Gingrich auf 31,9 Prozent. An dritter Stelle lag der ehemalige Senator Rick Santorum mit 13 Prozent und abgeschlagen auf dem vierten Platz der Abgeordnete Ron Paul, der sieben Prozent erhielt. In Florida fand am Dienstag die vierte Vorwahl statt.

Der Staat ist mit 19 Millionen Einwohnern - etwas mehr als Nordrhein-Westfalen - der viertgrößte der USA und stellt entsprechend viele Delegierte auf dem Nominierungsparteitag im Sommer. Romney war als Favorit ins Rennen gegangen, der Sieg in Florida ist sein bisher größter. Die erste Abstimmung in Iowa gewann Santorum, dem jedoch langfristig kaum Chancen eingeräumt werden. In New Hampshire siegte Romney, in South Carolina Gingrich.

Aus diesem Erfolg hat Gingrich jedoch kaum Gewinn schlagen können. Zum einen zeigte er in Fernsehdebatten Schwächen. Zum anderen sah er sich einer Flut feindlicher TV-Spots aus dem Romney-Lager ausgesetzt. Im Mittelpunkt der Angriffe stand dabei die Tätigkeit Gingrichs für den Immobilienfinanzierer Freddie Mac und sein umstrittener Rücktritt vom Amt des Präsidenten des Repräsentantenhauses. Zudem wurde sich in den Spots darüber lustig gemacht, dass Gingrich versuche, sich im Glanz des verstorbenen konservativen Idols Ronald Reagan zu sonnen.

Gingrich selbst warf Romney eine Schmutzkampagne vor. Dieser versuche, die Entscheidung für sich zu erzwingen, indem er für 17,5 Millionen Dollar Spots mit falschen Vorwürfen produzieren lasse. "Ich habe noch nie einen Präsidentschaftskandidaten erlebt, der so verlogen ist", sagte Gingrich dem Fernsehsender CNN.

"Die Macht des Volkes wird die Macht des Geldes besiegen"

Die Rede von Newt Gingrich am Wahlabend machte jedoch deutlich, dass sich die Vorwahlen der US-Republikaner noch über Wochen und Monate hinziehen werden. Der 68-Jährige machte klar, dass er ungeachtet seiner schweren Niederlage in Florida weitermachen werde.

"Wir werden an jedem Ort antreten", sagte er vor Anhängern mit Blick auf die weiteren Vorwahlen bis zum Nominierungsparteitag Ende August. "Die Macht des Volkes wird die Macht des Geldes besiegen", meinte Gingrich und spielte auf die enormen Wahlkampfgelder seines Rivalen Mitt Romney an. Die Präsidentenwahl im November sei "die wichtigste Eures Lebens", rief er seinen Anhängern zu. "Wenn Barack Obama wiedergewählt würde, wäre dies ein Desaster."

Im Februar folgen Vorwahlen in sieben Bundesstaaten, in denen Romney deutlich im Vorteil sein dürfte. Darunter ist Nevada am 4. Februar, wo der Mormone auf die große Zahl seiner Glaubensbrüder zählen kann, Missouri (7. Februar), wo Gingrich es noch nicht einmal auf die Kandidatenliste schaffte, und Michigan am 28. Februar, wo Romney aufwuchs und sein Vater Gouverneur war.

Am 6. März, dem so genannten Super Tuesday, wird dann in neun Bundesstaaten gleichzeitig gewählt. Die Präsidentschaftswahl findet am 6. November statt.

Wahlkampf der US-Republikaner

Tea Party gegen Cocktailparty