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Vormarsch von Huthi-Miliz:Saudische Luftwaffe bombardiert Militärakademie im Jemen

Saudi air strike targets military academy

Rauch über Sanaa: Die saudische Armee setzt ihre Luftangriffe gegen die Huthi-Milizen fort.

(Foto: dpa)
  • Saudi-Arabien weitet seinen Einsatz im Jemen aus und bombarbiert eine Militärakademie in Sanaa.
  • Die Angriffe richten sich gegen die Huthi-Rebellen, die Yemens Hauptstadt eingenommen haben.
  • Die Lage der Zivilisten ist laut UN dramatisch. Hilfstransporte des Roten Kreuz erreichen indes Sanaa.

Bomben auf Sanaa

Saudische Kampfflugzeuge haben die Militärakademie in Jemens Hauptstadt Sanaa bombardiert. Augenzeugen sahen am Samstag Rauchsäulen über der Einrichtung hochsteigen. Das Politbüro der schiitischen Huthi-Bewegung erklärte, auch auf ein Wohngebiet und einen Kinderspielplatz seien Bomben niedergegangen, dabei seien auch Zivilisten ums Leben gekommen.

Die Huthi-Milizen kämpfen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Die Rebellen hatten Sanaa im Januar unter ihre Kontrolle gebracht und seither weite Gebiete im Westen und Süden des Landes erobert.

Hintergrund

Seit mehr als zwei Wochen fliegt ein von Saudi-Arabien geführtes arabisches Militärbündnis Luftangriffe gegen die Huthis und ihre Verbündeten. Zu diesen gehört Hadis Vorgänger, der 2012 als Präsident zurückgetretene Ali Abdullah Salih, dem weite Teile der Armee treu geblieben sind. In der südlichen Hafenmetropole Aden leisten Gegner Salihs und Anhänger der Autonomie-Bewegung Widerstand gegen die vorrückenden Milizen der Huthis und Salih-treue Armeeverbände.

Im benachbarten Saudi-Arabien ist man besorgt, dass mit dem Vorrücken der schiitischen Rebellen der Erzrivale Iran seinen Einfluss in der Region ausweitet. Die Islamische Republik weist Vorwürfe Saudi-Arabiens, wonach sie die Huthi militärisch direkt unterstütze, zurück.

Rotes Kreuz liefert weitere medizinische Hilfsgüter

Wegen der Kämpfe ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung immer schwieriger. Sowohl beim medizinischen Personal als auch bei Medikamenten gibt es Engpässe. Teilweise gehen auch Nahrungsmittel, Wasser und Benzin zur Neige. Am Freitag forderten die Vereinten Nationen (UN) daher eine "sofortige humanitäre Kampfpause". Am Samstag ist in Sanaa ein weiteres Flugzeug mit Hilfsgütern des Roten Kreuzes gelandet. Erste Lieferungen mit jeweils 16 Tonnen Medikamenten waren am Freitag eingetroffen.

Frankreichs Außenminister reist nach Riad

UN-Stellen sprechen von mindestens 600 Toten in den vergangenen 20 Tagen und warnen vor einer humanitären Katastrophe. Am Samstagabend wurde der französische Außenminister Laurent Fabius in Riad erwartet, um über die Lage im Jemen zu sprechen. Vor dem Besuch bekräftigte Fabius die Solidarität Frankreichs mit dem "legitimen Präsidenten" Hadi.

© SZ.de/dpa/AFP/fran/mkoh
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