So unvorhersehbar der plötzliche Rücktritt Lafontaines war, so deutlich waren in den Wochen zuvor Lafontaines Dissonanzen mit Gerhard Schröder. Der SPD-Chef und der Kanzler hatten sich entfremdet. Gerhard Schröder gerierte sich als der wirtschaftsfreundliche "Modernisierer", Lafontaine gab den öko-sozialen Umverteiler. Obgleich er Parteivorsitzender Schröders war, musste sich der machtbewusste Saarländer im Kabinett zudem der Richtlinienkompetenz des Kanzlers unterordnen.

Schon Wochen vor seinem Rücktritt sei ihm deshalb klar gewesen, dass es "eine Lösung nur geben konnte, wenn einer von uns beiden seine Ämter aufgab", schrieb Lafontaine in seinen Memoiren. "Das konnte nach Lage der Dinge nur ich sein."

Diese Aufnahme vom späten Februar 1999 zeigt Schröder und Lafontaine im Bundestag - drei Wochen später trat der Finanzminister zurück.

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11. März 2009, 09:152009-03-11 09:15:00 © sueddeutsche.de