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Porträt über Volker Beck:Gut weggekommen

Volker Beck

(Foto: Firtz Beck)

Vor einem Jahr wurde der Grünen-Politiker Volker Beck mit harten Drogen erwischt, die Staatsanwaltschaft ermittelte. Es folgte ein Meisterstück der politischen Kommunikation. Sein Ziel hat Beck dennoch verfehlt.

Es ist einer seiner ersten Termine nach dem Drogenskandal. Anfang Mai 2016, die Grüne Jugend hat Volker Beck dazu eingeladen, über Antisemitismus zu reden. Die Sache mit den Drogen interessiert sie auch, aber erst nach dem Reden über Antisemitismus und dann einigen Kölsch in einer Studentenkneipe wagen sie, sich anzupirschen: Ein junger Grüner hatte Beck zur Rede gestellt, warum der Calamari bestellen würde und dann auch noch Sardinen. Beck hatte erklärt, er esse zu gern Fisch - und auch Fleisch -, um darauf zu verzichten. Als Nächstes die Fragen, seit wann Beck wisse, dass er schwul ist, ob man als Politiker oft lügen müsse und wo es in Berlin die krassen Dark­rooms gebe. Beck genießt den Moment: Sechs Menschen, die sich weit über den Stehtisch beugen, um trotz der lauten Musik seine Anekdoten zu hören. Und erst eine halbe Stunde vor Mitternacht kommt die entscheidende Frage: "Nimmst du denn öfter Drogen?" Beck windet sich. Zu Privatem sage er nichts, sagt er. Und: "Von Drogenkonsum rate ich ab." Die Runde der Jungen Grünen winkt ab, haben sie eh nichts mit am Hut: keine Drogen, keine Calamari.

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