Selbst in der Aura der grässlichsten Verbrechen noch das Gute wahrzunehmen, ist eine der vornehmsten Tugenden eines wirklich freien Geistes. Slavko Goldstein hat in seinem Buch "1941 - Das Jahr, das nie vergeht. Die Saat des Hasses auf dem Balkan" mit nichts intensiver gerungen als mit Verallgemeinerungen und Klischees.
Ustascha-Diktatur im Zweiter Weltkrieg:Völkischer Furor in Kroatien
Gedenken an Tausende ermordete Serben und Juden: "Steinerne Blume" heißt die Skulptur des Belgrader Bildhausers Bogdan Bogdanović beim ehemaligen KZ Jasenovac östlich von Zagreb.
(Foto: dpa)- 1941 besetzten die Achsenmächte das königliche Jugoslawien, es entstand der Unabhängige Staat Kroatien als eines der düstersten Konstrukte des Nationalismus.
- Hunderttausende Serben, Zehntausende Juden und Roma wurden Schätzungen zufolge bis 1945 vom Ustascha-Regime ermordet.
- Autor Slavko Goldstein verortet in dieser Zeit die "Saat des Hasses", die noch Jahrzehnte später in den Jugoslawienkriegen aufgehen sollte.
- Sein Buch meidet Grausamkeiten und sadistische Details, so weit dies geht. Doch gerade die lakonische Darstellung der Gräuel macht sie umso ungeheuerlicher.
Rezension von Michael Frank


