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Völkermord an den Armeniern:Weltweites Gedenken an hunderttausende Opfer

Auf der ganzen Welt wird an die hunderttausenden Opfer des Völkermords an den Armeniern erinnert - auch eine bekannte Band mit armenischen Wurzeln ist dabei. Die Türkei provoziert mit einer eigenen Gedenkveranstaltung.

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Gedenkveranstaltung - Lichterzug der Vergessenen

Quelle: dpa

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Mit einem "Lichterzug der Vergessenen" gedachten die Menschen am Donnerstagabend in Berlin den Opfern des Massakers an den Armeniern, das vor 100 Jahren im damaligen Osmanischen Reich begann. Bundespräsident Joachim Gauck hatte am gleichen Abend in seiner Rede im Berliner Dom ebenfalls vom Völkermord an den Armeniern gesprochen und auch eine deutsche Mitschuld an dem Genozid thematisiert.

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Quelle: AFP

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In Armenien gab es am Donnerstagabend prominenten Besucht. Die Metal-Band "System of a Down" war angereist, um mit ihrer Musik gegen das Vergessen des Völkermordes anzukämpfen. Für die kalifornische Gruppe hatte das Konzert eine persönliche und politische Note zugleich. In Jerewan, wo die Musiker mit armenischen Wurzeln als Höhepunkt ihrer "Wake up the Souls"-Tour sangen, gaben sie ihr erstes Konzert auf dem Platz der Republik, zu dem zehntausende Menschen strömten.

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Quelle: AFP

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In Armeniens Hauptstadt Jerewan wurde am Freitagmorgen mit einer großen Gedenkfeier an die Massaker erinnert. Hundertausende Armenier legten an der Gedenkstätte in Jerewan Blumen nieder, um an bis zu 1,5 Millionen Landsleute zu erinnern, die vor 100 Jahren durch osmanische Truppen ermordet wurden. Russlands Präsident Wladimir Putin nahm ebenso an der Gedenkfeier teil wie der französische Staatschef François Hollande. Als deutscher Vertreter ist der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, ins Land gereist.

Chief Cenotaph Attendant Wal Scott-Smith raises the Australian flag alongside the Cenotaph War Memorial in Sydney on the eve of ANZAC day

Quelle: REUTERS

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In Australien wird am Samstag des "Australian New Zealand Army Corps" (ANZAC) gedacht, das vor 100 Jahren auf der Halbinsel Gallipoli auf Seiten der Alliierten an der Dardanellen-Schlacht beteiligt war. Die Türken feiern den Gallipoli-Tag, weil das Osmanische Reich damals den letzten militärischen Erfolg errang.

Im Vorfeld der Gedenkfeiern in ganz Australien wurden die Sicherheitsvorkehrungen durch die Behörden verstärkt, da es zuvor konkrete Hinweise auf mögliche Terroranschläge gegeben hatte. Auf diesem Bild hisst Denkmalpfleger Wal Scott-Smith die australische Flagge vor dem Kriegsmahnmal in Sidney.

The Prince Of Wales & Prince Harry Attend Services To Commemorate The Centenary Of The Gallipoli Campaign & Anzac Day In Turkey

Quelle: Getty Images

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In Istanbul wurde der 100. Jahrestag der Dardanellen-Schlacht begangen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan begrüßte dazu den britischen Thronfolger Prinz Charles in Istanbul - sowie Repräsentanten aus mehr als 70 weiteren Staaten. Am 25. April 1915 hatten die Alliierten versucht die Meerenge zu erobern, um von dort aus Konstantinopel einnehmen zu können. Auf der türkischen Halbinsel Gallipoli, am Eingang der Meerenge, fielen bei Kämpfen zwischen der osmanischen Armee und den Alliierten sehr viele Soldaten: von 130 000 ist die Rede. Das untergehende Osmanische Reich errang in der Schlacht einen letzten Erfolg. Noch heute wird der 25. April in der Türkei daher als Gallipoli-Tag gefeiert. Dieses Jahr wurde der Gedenktag jedoch auf den 24. April vorverlegt. In Armenien wird das als Affront gegen die Gedenkfeiern gewertet, die heute überall auf der Welt an die bis zu 1,5 Millionen Menschen erinnern, die bei dem Völkermord an den Armeniern ums Leben kamen.

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Quelle: AFP

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In der ganzen Türkei wird am heutigen Freitag jedoch in nichtstaatlichen Gedenkveranstaltungen an die Getöteten erinnert. Einige Menschenrechtsaktivisten gedachten mit Fotos armenischer Opfer vor dem Bahnhof Istanbul Haydarpaşa des Massakers vor 100 Jahren. Und auch in jenem Istanbuler Viertel, wo am 24. April 1915 die ersten armenischen Intellektuellen verhaftet und deportiert wurden.

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Quelle: AFP

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Junge Frauen zünden während einer Gedenkzeremonie in Istanbul Kerzen für die armenischen Opfer des Genozids vor 100 Jahren an.

© Sz.de

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