Seit Sonntag brennt die vierte Kerze an den Adventskränzen, mit Blick auf Corona aber eher schon wieder die Hütte. Der Grund ist die neueste, Omikron getaufte Variante des Coronavirus. Erstmals berichtet wurde über die Mutante am 24. November, also exakt einen Monat vor Heiligabend. Und jetzt, wo die Feiertage vor der Tür stehen, tritt mit Omikron auch wieder ein alter Bekannter auf den Plan: das Virusvariantengebiet.
Die Bundesregierung - genau genommen das Innen-, Außen- und Gesundheitsministerium - unterteilt die Welt, seit es Corona gibt, in mehr oder weniger gefährliche Regionen. Mittlerweile gibt es nur noch drei Kategorien: Länder, die nicht auf der Liste des Robert-Koch-Instituts auftauchen, für die also keine spezifischen Reiseregeln gelten, Hochrisikogebiete - und eben Virusvariantengebiete. Wer aus letzteren nach Deutschland einreisen will, für den wird es entsprechend der Corona-Einreiseverordnung am ungemütlichsten.
14 Tage Quarantäne - auch für vollständig Geimpfte
Als Virusvariantengebiet gelten Staaten, in denen eine Mutante des Coronavirus "mit besorgniserregenden Eigenschaften" auftritt, die hierzulande noch nicht verbreitet ist. Besorgniserregend bedeutet in dem Zusammenhang, dass eine Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führen oder zugelassene Impfstoffe gegen sie nur eingeschränkt wirken könnten. Letzteres trifft nach aktuellen Einschätzungen auf Omikron zu.
Die Liste der Hochrisikogebiete ist derzeit lang, sie reicht von Andorra bis Vietnam; neu hinzugekommen sind am Wochenende mit Dänemark und Frankreich weitere Nachbarländer. Als Virusvariantengebiete wiederum sind aktuell acht afrikanische Staaten ausgewiesen, darunter Südafrika, wo Omikron zuerst entdeckt wurde. Von diesem Montag an gehören auch Großbritannien und Nordirland dazu, inklusive der Isle of Man, aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete.
Wer aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland reist, muss grundsätzlich 14 Tage in Quarantäne. Das gilt auch für vollständig Geimpfte. Eine Verkürzung der Quarantäne durch einen negativen Test ist nicht möglich; außer, das Gebiet wird während der Quarantäne zum Hochrisikogebiet heruntergestuft. Zudem müssen alle Reisenden, die zwölf Jahre oder älter sind, einen negativen Test vorlegen und ihre Einreise digital anmelden.
Hat sich die Kategorisierung bald erledigt?
Für viele Reisende aber ist die Einreise an sich schon deutlich erschwert: Es gilt nämlich ein sogenanntes Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug aus Virusvariantengebieten. Davon ausgenommen sind deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland, samt ihrer Ehepartner, Lebensgefährten, minderjährigen Kinder und im Fall einreisender Kinder deren Eltern. Hinzu kommen weitere Ausnahmen, für diplomatisches Personal etwa oder für Sportler, die an internationalen Wettkämpfen teilnehmen.
Das bislang letzte Mal, dass Virusvariantengebiete eine größere Rolle gespielt haben, war während des Auftauchens von Delta. Nachdem diese Variante sich dann aber quasi überall durchgesetzt hatte, fiel die Einstufung naturgemäß weg. Alle Länder waren nun Delta-Gebiete. Angesichts des unerfreulichen Siegeszugs von Omikron könnte sich die aktuelle Kategorisierung ebenfalls bald erledigt haben.

