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Videobotschaft zum iranischen Neujahrsfest:Obama nennt Atomverhandlungen mit Iran "historische Gelegenheit"

  • Jahrzehntelang hätten die USA und Iran Misstrauen und Furcht getrennt. Die nun laufenden Atomverhandlungen seien eine "historische Gelegenheit", sagt Obama.
  • In einer Videobotschaft drückt der US-Präsident seine Hoffnung aus, in den kommenden Tagen und Wochen eine umfassende Lösung für den Streit zu finden.
  • In der Schweiz laufen bilaterale Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Abkommen.
  • Israel und die US-Republikaner hatten sich vehement gegen eine Einigung ausgesprochen.

Videobotschaft zum iranischen Neujahrsfest

US-Präsident Barack Obama hofft auf eine Einigung im Atomstreit mit Iran. In seiner Videobotschaft zum iranischen Neujahrsfest Nowruz sagte Obama am Donnerstag in Washington, Diplomaten und Wissenschaftler verhandelten in der Hoffnung, eine umfassende Lösung zu finden, um die Bedenken der Welt wegen des iranischen Atomprogramms zu überwinden. Jedoch seien die kommenden Tage und Wochen entscheidend. Bei den Verhandlungen in der Schweiz gebe es Fortschritte, aber es blieben noch Meinungsverschiedenheiten. Viele Menschen in beiden und anderen Ländern seien gegen eine diplomatische Lösung, gab Obama zu bedenken.

Er glaube, dass beide Länder eine "historische Gelegenheit" hätten, das Problem friedlich zu lösen, sagte Obama in der Nachricht, die auf Farsi untertitelt auch auf Youtube verbreitet wurde. Diese Gelegenheit sollte genutzt werden. Jahrzehntelang habe die USA und Iran Misstrauen und Furcht getrennt. Die USA und Iran hätten jetzt die Gelegenheit, die Fortschritte zu machen, die beiden Ländern und der Welt in der Zukunft nutzen würden. Es sei an Amerikanern und Iranern, jetzt die Chance zu ergreifen.

Bis Ende des Monats soll ein Rahmenabkommen stehen

Die USA und Iran verhandeln derzeit bilateral in der Schweiz in dem seit zwölf Jahren schwelenden Streit. Die internationale Gemeinschaft möchte sicher sein, dass Iran keine Atombombe bauen kann. Iran, das eine solche Absicht stets bestritten hat, strebt die Aufhebung der vom Westen gegen das Land verhängten Wirtschaftssanktionen an.

Bis Ende März soll ein Rahmenabkommen stehen. Bis zum Sommer soll es eine umfassende Einigung geben. Schärfster Kritiker eines Abkommens ist Israel. Premier Benjamin Netanjahu, der gerade wieder als Sieger aus der israelischen Parlamentswahl hervorgegangen ist, hatte mit drastischen Worten vor einem Abkommen gewarnt. Auch die Republikaner im US-Kongress sind strikt gegen die Verhandlungen - mit einem Brief an Irans Führung, man werde deren Ergebnis umgehend rückgängig machen, sobald die Republikaner im Weißen Haus an der Macht sind, war ein innenpolitischer Eklat.

© Süddeutsche.de/dpa/sks/dayk
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