Vertriebenenverband Heimatanspruch aufgegeben

  • Die Landsmannschaft der Sudetendeutschen hat den Anspruch auf "Rückgabe der Heimat" und beschlagnahmten Eigentums aufgegeben. Die tschechische Regierung begrüßt das.
  • Stattdessen will sich der Vertriebenenverband weltweit gegen Vertreibung und "ethnische Säuberungen" und andere Verbrechen engagieren.

Forderung nach "Rückgabe der Heimat" aufgegeben

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft fordert nicht länger die Rückgabe der früheren Heimat. Das hat die Bundesversammlung des Vertriebenenverbandes einer Mitteilung zufolge beschlossen.

Der Anspruch auf Rückgabe des nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten Eigentums gehört demnach nicht länger zu den Verbandszwecken. Aus der Satzung entfallen sei auch, den "Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen".

Der Verband sieht sich als Interessenvertretung aller Sudetendeutschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren rund drei Millionen Deutsche in der damaligen Tschechoslowakei enteignet und von dort vertrieben worden. Bis zu der nun erfolgten Satzungsänderung war die "Wiedergewinnung" der Heimat eines der Ziele der Sudetendeutschen Landsmannschaft.

Tschechische Regierung begrüßt Entscheidung

Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek begrüßte die Entscheidung. "Das ist keine Überraschung - es ist eine der Voraussetzungen für eine Verbesserung der Beziehungen", sagte der Sozialdemokrat im Sender CT.

Als neues Ziel der Landsmannschaft wurde festgelegt, "Vertreibungen, ethnische Säuberungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, menschen- und völkerrechtswidrige Enteignungen weltweit zu ächten". Geschehenes Unrecht sei "auf der Grundlage eines gerechten Ausgleichs zu heilen".