Vertreter der BundeskanzlerinEintagskanzler

Wenn Angela Merkel in den Urlaub fährt, dürfen ihre Vertreter auch mal auf den Chefsessel. Aber nur kurz.

Einmal vom Chefsessel winken - wer weiß, wann die Gelegenheit wiederkommt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat es nicht leicht im Moment. Aus der Partei weht ihm permanente Kritik entgegen und die Umfragewerte für die SPD sind an der 25- Prozent-Marke derart einbetoniert, dass Genosse Torsten Albig schon jetzt daran zweifelt, ob die SPD bei der Bundestagswahl 2017 überhaupt einen Kanzlerkandidaten braucht. Sollte es in zwei Jahren doch einen Kandidaten geben, dann fände Gabriel derzeit nicht mal in den eigenen Reihen eine Mehrheit. Nur jedes dritte SPD-Mitglied, das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor, hält den Parteivorsitzenden für den geeigneten Kandidaten.

Umso mehr könnte Gabriel (im Bild mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, SPD, und Kanzleramtsminister Peter Altmaier, CDU) den großen Auftritt an der Spitze des Kabinetts auskosten, den die urlaubende Angela Merkel ihm verschafft hat. Und was macht der Vizekanzler? Beendet die Sitzung nach einem rekordverdächtigen Sprint von nur 13 Minuten.

Bild: dpa 29. Juli 2015, 14:362015-07-29 14:36:18 © SZ.de/pamu/kjan/rus