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Verträge in Milliardenhöhe:USA schließen Waffendeals mit Saudi-Arabien und dem Irak

Aufrüstung im Nahen Osten: Die Vereinigten Staaten haben mit Saudi-Arabien und Irak Waffen-Verträge in Milliardenhöhe geschlossen. Doch die Deals werden selbst in der Regierung Obamas zum Teil sehr kritisch gesehen.

Die USA planen mehrere Waffendeals mit ihren Verbündeten im Nahen Osten: So ist die US-Regierung einem Bericht zufolge zum Verkauf von F-15-Kampfflugzeugen an Saudi-Arabien im Wert von 30 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro) bereit

Das arabische Königreich soll 84 neue Flugzeuge erhalten und 70 weitere sollen aufgerüstet werden, wie die Nachrichtenagentur AP unter Bezug auf Regierungskreise berichtet.

Vor etwa einem Jahr hatte der US-Kongress einem auf zehn Jahre angelegten Rüstungsgeschäft mit Saudi-Arabien im Wert von 60 Milliarden Dollar zugestimmt. Darin enthalten war der Verkauf von F-15-Flugzeugen, Hubschraubern, verschiedener Raketen, Bomben sowie Radarwarnungssystemen und Nachtsichtgeräten. Einige Abgeordnete stimmten dem Geschäft erst zu, nachdem ihnen versichert wurde, dass es keine Bedrohung für die militärische Überlegenheit Israels in der Region darstelle.

Indes berichtet die New York Times von Plänen der USA für einen weiteren Waffendeal mit dem irakischen Militär. Es soll dabei um Waffenmaterial wie Panzer und Kampfjets sowie um Trainingsprogramme im Wert von 11 Milliarden Dollar gehen.

Der Zeitung zufolge ist dieses Geschäft aber innerhalb der US-Regierung umstritten. Amerikanische Diplomaten, darunter der US-Botschafter im Irak, James F. Jeffrey, befürchten negative Auswirkungen. So wird befürchtet, dass Ministerpräsident Nuri al-Maliki die Waffen dazu benutzen könnte, seine Macht zu stärken und die Volksgruppe der Sunniten zugunsten seiner eigenen Volksgruppe, der Schiiten, auszugrenzen.

Zwar ist es laut New York Times das Ziel der USA, gerade durch militärische Unterstützung den Irak als Gegengewicht zu Iran aufzubauen. Doch diese Pläne könnten Kritikern der Waffendeals zufolge fehlschlagen, sollte der Irak sich künftig mehr an dem schiitischen Gottesstaat in Teheran statt an Washington orientieren.

© Süddeutsche.de/dapd/aho/fran

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