In der Koalition nimmt die Auseinandersetzung über die Frage, wie es angesichts der geopolitischen Herausforderungen um Deutschland Verteidigungsfähigkeit bestellt ist, an Schärfe zu. Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) stößt mit seiner Forderung nach einem eigenen Atom-Schutzschirm für Deutschland auf Widerspruch beim Koalitionspartner SPD. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller sagte dem Sender RTL/ntv, sie halte den Vorstoß für ein „sehr durchsichtiges Ablenkungsmanöver, das nie politische Wirklichkeit werden wird“. Der Außenpolitiker und langjährige Fraktionschef Rolf Mützenich sagte der Süddeutschen Zeitung: „Jens Spahn spielt mit dem Feuer, wenn er europäische, möglicherweise sogar deutsche Atomwaffen fordert.“ Dies sei „geradezu Ausdruck eines abenteuerlichen, wichtigtuerischen Denkens.“ Mützenich betonte: „Jens Spahn ist ein Geisterfahrer, nicht nur in der Innenpolitik, sondern jetzt auch in der Außenpolitik.“
Debatte über Atomwaffen„Jens Spahn ist ein Geisterfahrer“
Lesezeit: 3 Min.

Der Unions-Fraktionschef bringt einen eigenen nuklearen Schutz ins Spiel. In der SPD gibt es daran scharfe Kritik – vor allem vom früheren Fraktionschef Rolf Mützenich. Kanzler Friedrich Merz setzt ebenfalls auf atomare Abschreckung. Die Koalition hat damit ein neues Streitthema.
Von Georg Ismar
