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Verteidigung:Auch die Cyberabwehr soll gestärkt werden

Eines dieser Hauptquartiere soll zuständig sein für die Sicherung des Seewegs zwischen Nordamerika und Europa. Notwendig sei es, "unsere Fähigkeit zu stärken, die Seeverbindungen zu schützen", sagt Stoltenberg. Ein weiteres Hauptquartier soll die Zuständigkeit übernehmen für Nachschub von Truppen und Ausrüstung innerhalb Europas. Die Bewegung innerhalb Europas hatte sich zuletzt als Schwachstelle der Allianz erwiesen. Grenzformalitäten erwiesen sich als tückisch, die Infrastruktur häufig als nicht panzertauglich. Auch der Cyberabwehr soll im Rahmen der Reform ein höherer Stellenwert zukommen.

Das Bündnis will sich in Afghanistan stärker engagieren

Offen ist bislang, wo die neue europäische Kommandozentrale entsteht, die aus logistischen Gründen möglichst zentral liegen soll. Im Gespräch ist Deutschland, das sich, wie Stoltenberg bemerkt, "in der Mitte Europas" befinde. Auch Entscheidungen über "genaue Zahlen" würden erst einmal nicht getroffen, sagt der Generalsekretär. Noch sei nicht ausgemacht, wie viel neues Personal benötigt werde und wie viel durch veränderte Prioritäten erreicht werden könne. Die Nato werde jedenfalls, und da klingt er wieder fast wie Rasmussen, "effizienter" werden. Neben der "Abschreckung und Verteidigung zu Hause" werde die Nato auch weiterhin zur "Stabilität" in anderen Weltgegenden beitragen.

Gemeint ist da vor allem Afghanistan, das von immer neuen Anschlägen erschüttert wird. Um die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen, will die Nato ihre Trainingsmission Resolute Support verstärken. Die Zahl der Soldaten werde von 13 000 auf 16 000 erhöht, kündigt Stoltenberg an. Der größte Teil der Verstärkung wird aus den USA kommen. Die US-amerikanische Nato-Botschafterin Kay Bailey Hutchison lobt allerdings auch ausdrücklich die Unterstützung der Verbündeten. Abgewartet wird, ob nach der Regierungsbildung auch Deutschland neue Zusagen macht. Bisher liegt die Mandatsobergrenze bei 980 Soldaten.

© SZ vom 08.11.2017/csi

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