Selbst Boris Pistorius ist nicht zufrieden mit dem Entwurf für einen neuen Wehrdienst, aber seine Partei, die SPD, hat ihm da Grenzen aufgezeigt. Der Verteidigungsminister wird an diesem Projekt eines neuen freiwilligen Wehrdienstes gemessen werden, besonders an der Frage, ob die Bundeswehr nun in Zeiten neuer Spannungen mit Russland und neuer Nato-Vorgaben genügend Personal rekrutieren kann. „Ich kenne persönlich niemanden in der Bundeswehr, der daran glaubt, dass die jetzigen Ansätze ausreichen“, sagt der Vorsitzende des Bundeswehrverbands André Wüstner der Süddeutschen Zeitung. Erstmals seit 15 Jahren müssen von 2026 an alle 18-Jährigen konkret die Frage beantworten, ob sie einen Dienst an der Waffe leisten wollen. Am Mittwoch ist der Entwurf beschlossen worden – zum ersten Mal seit 1992 fand deshalb eine Kabinettssitzung wieder im Verteidigungsministerium statt. Ein Überblick, was geplant ist und wo die Hauptkritikpunkte liegen.
BundeskabinettDer neue Wehrdienst und die Rückkehr der Musterung
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Das Bundeskabinett hat den neuen Wehrdienst beschlossen, um mehr Soldaten und Reservisten zur Abschreckung Russlands zu gewinnen. Was geplant ist, welche Jahrgänge das betrifft, wie hoch der Sold ist – und warum Dänemark zum Vorbild werden kann.
Von Georg Ismar, Berlin
