Versenktes Kriegsschiff Nordkorea droht mit Krieg

"Höchst verstörend": Ein Untersuchungsbericht gibt Nordkorea die Schuld für den Torpedo-Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff. Nordkorea streitet die Vorwürfe ab - und droht, bis zum Äußersten zu gehen.

Das kommunistische Nordkorea hat Südkorea im Streit um ein versenktes Kriegsschiff mit Krieg gedroht. Sollte die Regierung in Seoul Sanktionen gegen den Norden verhängen, würden scharfe Maßnahmen bis hin zum Krieg ergriffen, erklärte das Nationale Verteidigungskomitee in einer im Rundfunk verlesenen und von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Stellungnahme.

Lautstarke Proteste: Südkoreaner demonstrieren gegen Nordkorea.

(Foto: Foto: Getty)

Zuvor hatte die südkoreanische Regierung erklärt, sie sehe die Schuld des kommunistischen Nordkorea für den Torpedo-Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff als erwiesen an. Eine gemeinsame zivile und militärische Untersuchungskommission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die südkoreanische Korvette Cheonan im März von einem nordkoreanischen U-Boot versenkt worden sei. Die nordkoreanische Führung hatte stets jede Verantwortung für den Zwischenfall bestritten.

US-Präsident Barack Obama stellte sich auf die Seite der Südkoreaner und machte Nordkorea für den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffes vor acht Wochen verantwortlich. Er warf dem kommunistischen Land "inakzeptables Verhalten" vor.

Wie ein Sprecher des Weißen Hauses am Donnerstag in Washington mitteilte, habe Obama den "Akt der Aggression", der zum Untergang der Cheonan im Gelben Meer geführt habe, "scharf verurteilt" und dem südkoreanischen Präsidenten seine Anteilnahme am Tod der 46 Seeleute ausgedrückt.

Das internationale Expertenteam war zu dem Schluss gekommen, dass die Cheonan eindeutig von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt wurde. "Dieser Akt der Aggression ist ein weiteres Beispiel für das inakzeptable Verhalten Nordkoreas und eine Missachtung internationalen Rechts", heißt es in der Mitteilung des Weißen Hauses. Der Angriff stelle eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit dar und sei ein klarer Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen.

Nordkorea müsse verstehen, "dass Kriegslust gegenüber seinen Nachbarn und die Herausforderung der internationalen Gemeinschaft Zeichen der Schwäche sind" und nur die eigene Isolation verschärfen. Den Untersuchungsbericht des Expertenteams nannte die US-Regierung eine "objektive und wissenschaftliche Bewertung der Beweise".

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich derweil höchst beunruhigt über das Untersuchungsergebnis. Der Generalsekretär sei "tief besorgt", sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag in New York. "Die Fakten, die der Bericht darlegt, sind höchst verstörend", sagte Ban.

Bei dem Untergang der Korvette an der umstrittenen Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea waren 46 Marinesoldaten getötet worden. Der Generalsekretär, der selbst Südkoreaner ist, würdigte, dass die Regierung in Seoul bei der Untersuchung des Untergangs "maßvoll und geduldig, objektiv und wissenschaftlich" vorgegangen sei und auch ausländische Experten daran beteiligt habe.

China hat die beiden koreanischen Staaten am Donnerstag zu Zurückhaltung aufgefordert. Die chinesische Regierung werde eine Bewertung des südkoreanischen Berichts vornehmen, der von einem nordkoreanischen Torpedo-Angriff auf ein Schiff des Landes ausgehe, kündigte das Außenministerium in Peking an. China ist Nordkoreas einziger wichtiger Verbündeter.

Propaganda aus Nordkorea

"Zerstört fremde Mächte"