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Versailler Vertrag:Der Friede, den keiner wollte

Deutsche Delegation für die Friedensverhandlungen in Versailles, 1919

Die Mitglieder der deutschen Delegation bei den Friedensverhandlungen in Versailles.

(Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

Im Juni 1919 unterzeichnen die besiegten Deutschen den Versailler Vertrag, im Januar 1920 tritt er in Kraft. Die junge Weimarer Republik wird sehr schwer daran tragen - und der nächste Krieg ist nur zwei Jahrzehnte entfernt.

Adolf Gröber wagt Unerhörtes. Am 22. Juni 1919 debattiert die Nationalversammlung in Weimar hitzig über den Friedensvertragsentwurf von Versailles. Der neue Reichsministerpräsident Gustav Bauer (SPD) hat gerade von einem "Unrechtsfrieden" gesprochen. Letztlich sehen das die meisten Deutschen so. Gleichwohl plädiert Bauer dafür, den Vertrag zu unterschreiben. Die Franzosen stehen schon bereit, bei einem Nein in Deutschland einzumarschieren. "Ein Nein wäre nur ein kurzes Hinausschieben des Ja! Unsere Widerstandskraft ist gebrochen; ein Mittel der Abwendung gibt es nicht", sagt Bauer. Und was macht Adolf Gröber, Vorsitzender der Zentrumsfraktion - und einer der wenigen Verbündeten der SPD in diesen chaotischen und emotional aufgeladenen Tagen? Er zählt die Vorzüge des Vertrags auf. Vorzüge, die damals kaum jemand wahrzunehmen bereit ist.

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