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Verleihung in Aachen:Litauens Präsidentin Grybauskaite mit Karlspreis geehrt

Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite

Der Karlspreis geht nach Litauen: Präsidentin Dalia Grybauskaite

(Foto: ag.rtr)

"Eine außergewöhnliche Europäerin und eine herausragende Politikerin": Für ihre Verdienste um die europäische Einigung hat die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite den Internationalen Karlspreis erhalten. Grybauskaite ist die 55. in einer Reihe prominenter Preisträger.

Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite ist in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Grybauskaite nahm die renommierte Auszeichnung im historischen Krönungssaal des Rathauses aus der Hand von Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) entgegen. Mit der Preisverleihung wurden Grybauskaites Verdienste um die europäische Integration und die integrative Entwicklung im Ostseeraum gewürdigt.

In seiner Laudatio auf die Preisträgerin nannte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die litauische Präsidentin "eine außergewöhnliche Europäerin und eine herausragende Politikerin". Grybauskaite zeichne sich durch "Energie, Effizienz und Verlässlichkeit" aus. Für sie gelte das Motto "Eine Frau, ein Wort". Schulz sagte, mit der Vergabe des Karlspreis an die Präsidentin des baltischen Staates würden "gleichzeitig auch die Bürgerinnen und Bürger von Litauen" geehrt.

Grybauskaite ist 55. Trägerin des Karlspreises

Grybauskaite wurde im Mai 2009 zur Staatspräsidentin Litauens gewählt. Zuvor war sie - nach dem EU-Beitritt Litauens im Mai 2004 - Mitglied der Europäischen Kommission, zuständig zunächst für Bildung und Kultur, später für Haushalt und Finanzen. Die 57-Jährige ist die 55. Trägerin des Karlspreises. Mit einem rigiden Sparprogramm habe sie Litauen aus der Wirtschaftskrise geführt und strebe jetzt mit ihrem Land trotz aller Verunsicherung durch die Schuldenkrise die Aufnahme in die Eurozone an, hieß es in der Begründung des Direktoriums.

An der Preisverleihung in Aachen nahmen zahlreiche Politiker und Vertreter des öffentlichen Lebens teil, darunter der Karlspreisträger von 2012, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy.

Der Karlspreis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Die Verleihung findet traditionell am Himmelfahrtstag statt. Zu den früheren Preisträgern zählen Spaniens König Juan Carlos, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).