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Venezuela:Maduro weist Botschafter Panamas aus

Venezuela bezichtigt Panama "interventionistischer Erklärungen" - und weist den Botschafter des Landes und weitere Diplomaten aus. Bei Anti-Regierungs-Protesten in Caracas gibt es weitere Tote.

Die diplomatische Krise zwischen Venezuela und Panama verschärft sich. Caracas habe am Donnerstag den Botschafter Panamas zusammen mit drei weitere Diplomaten des Landes verwiesen, sagte die Vize-Außenministerin des mittelamerikanischen Landes, Mayra Arosemena, am Donnerstag (Ortszeit) in Panama-Stadt. Sie seien aufgefordert worden, innerhalb von 48 Stunden das Land zu verlassen. Einen Tag zuvor hatte Venezuela bereits die diplomatischen Beziehungen und die wirtschaftlichen Kontakte zu Panama auf Eis abgebrochen.

Als Grund verwies der Ministerium auf "interventionistische Erklärungen" Panamas gegen Venezuela. Hintergrund ist eine Initiative Panamas für eine Sondersitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu den Unruhen. Maduro hatte Panamas Präsidenten Ricardo Martinelli beschuldigt, gegen Venezuela zu konspirieren.

Die Unruhen in Venezuela forderten weitere Tote. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei starben nach Behördenangaben ein Polizist und ein Zivilist. Der Polizist sei von einem Schuss in die Brust getroffen worden, hieß es. Bei dem Zivilisten handelte es sich um einen Motorradfahrer. Er war möglicherweise gar nicht an den Zusammenstößen beteiligt. Auch ein möglicherweise unbeteiligter Mann auf einem Motorrad sei gestorben. Die Zahl der bei den aktuellen Protesten Getöteten steigt damit auf 20.

Scharfschützen, Flaschen, Tränengas

Der Vorfall ereignete sich, als eine Gruppe von Motorradfahrern eine Barrikade im Osten der Hauptstadt Caracas durchbrechen wollte. Zeugen berichteten, Regierungsgegner hätten Schüsse abgefeuert. Parlamentspräsident Diosdado Cabello sagte, "Scharfschützen" hätten vom Dach eines Gebäudes geschossen. Nach Darstellung von Medienberichten wurden Regierungsanhänger aus Fenstern und von Balkonen mit Flaschen beworfen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und gepanzerte Fahrzeuge ein. Der staatliche Fernsehsender VTV machte "faschistische Gruppen" für die beiden Toten verantwortlich.

Seit Anfang Februar gehen Gegner des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro nahezu täglich aus Protest gegen grassierende Kriminalität, korrupte Behörden und die Wirtschaftsmisere in ihrem Land auf die Straße. Mehr als 300 Menschen wurden seitdem verletzt. Maduro spricht von einer von den USA unterstützten "Verschwörung" gegen seine Regierung. Zuvor hatte er Sympathisanten der Regierung aufgefordert, den Protesten zu begegnen.

Maduro rief zu einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Union Südamerikanischer Staaten (Unasur) auf, bei dem über die "Angriffe, die Gewalt und die kleinen Gruppen" gesprochen werden solle, die versuchten, die sozialen Errungenschaften in Venezuela zu unterminieren und einen politischen Wandel durchzusetzen.