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Venezuela vor der Wahl:Das letzte Mahl

A woman shouts during a protest against upcoming presidential elections, in Caracas

Eine Frau protestiert im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Caracas.

(Foto: REUTERS)

In Venezuela kämpfen die Menschen um ihr tägliches Essen. Für diese Not hat es keinen Krieg gebraucht, kein Erdbeben, keinen Tsunami. Gut möglich, dass sie ihren Bankrotteur wieder wählen.

Von Boris Herrmann

Hunger ist zunächst einmal ein Gefühl. Es wird durch Rezeptoren im Darm und in der Leber gesteuert, die dem Zwischenhirn melden, dass man mal wieder etwas essen könnte. Bei Menschen, die dann ausreichend Nährstoffe zu sich nehmen, steigen der Glukose- und der Leptinwert im Blut an. Die Rezeptoren teilen mit: Ich bin satt. Wenn es aber nichts zu essen gibt, wie jeden Mittag im Hause der venezolanischen Familie Alvarado, schüttet das Gehirn Stresshormone aus, es senkt den Kreislauf und die Körpertemperatur herab. Dann wird der Hunger zur Psychose. "Man fühlt sich traurig und wütend", sagt Yogleidis Alvarado. "Es gibt Momente, da will man nur noch im Dreck kriechen."

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