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Venezuela:Gesundheitszustand von Chávez dramatisch verschlechtert

Venezuelas krebskranker Präsident Hugo Chávez "kämpfe um sein Leben" hat sein Stellvertreter Maduro vor drei Tagen erklärt. Nun meldet die Regierung in Caracas in drastischen Worten, wie es um Chávez' körperliche Verfassung steht.

Der Gesundheitszustand des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez hat sich nach offiziellen Angaben drastisch verschlechtert. Chávez leide an einer "neuen und schweren" Infektion, sein Gesundheitszustand sei weiter "sehr heikel", sagte Informationsminister Ernesto Villegas.

Die "intensive" Chemotherapie wegen seines Krebsleidens werde fortgesetzt, berichtete Villegas in der Nacht zum Dienstag weiter in einer Erklärung, die er im behandelnden Krankenhaus verlas und die von allen venezolanischen Medien übertragen werden musste. Die Atmung des 58-jährigen Präsidenten sei zusehends eingeschränkt.

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Zuvor hatte Vizepräsident Nicolás Maduro am Samstag gesagt, Chávez führe trotz seiner schweren Krebserkrankung und einer Chemotherapie weiterhin die Amtsgeschäfte. Der Präsident habe seinem Kabinett zuletzt am Freitag Anweisungen erteilt. Am Freitag hatte Maduro erstmals bestätigt, dass sich Chávez in einem Militärkrankenhaus in Caracas einer Chemotherapie unterziehe. Die Behandlung habe bereits im Januar und damit vor Chávez' Rückkehr aus Kuba nach Venezuela Mitte Februar begonnen. Der Präsident kämpfe "um sein Leben", sei aber "guten Mutes", sagte Maduro.

Chávez war am 18. Februar nach mehr als zwei Monaten Aufenthalt auf Kuba nach Caracas zurückgekehrt. In Havanna war er am 11. Dezember 2012 bereits zum vierten Mal wegen Krebs operiert worden. Seit dem Eingriff wurde Chávez nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Kurz vor seiner Rückkehr hatte die Regierung in Caracas aktuelle Bilder in Umlauf gebracht, die Chávez lächelnd mit seinen Töchtern zeigten.

In Venezuela kursierten in den vergangenen Tagen Gerüchte über eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Chávez. Der im Oktober 2012 wiedergewählte Staatschef hatte zuletzt mit schweren Atemproblemen zu kämpfen und musste über eine Luftröhrenkanüle atmen.

© afp/dpa/dgr/odg
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