Venezuela Guaidó will eigenen Botschafter in Berlin

Deutschlands Botschafter in Caracas, Daniel Kriener, wurde von Guaidó in der Nationalversammlung empfangen.

(Foto: AFP)

Der selbst ernannte Interimspräsident Venezuelas will einen Vertrauten in Deutschland installieren. Der bisherige Botschafter ist aber bislang nicht abberufen worden.

Im laufenden Machtkampf in Venezuela hat der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó die Bundesregierung um die Akkreditierung eines seiner Vertrauten als Botschafter in Berlin gebeten. "Dem Auswärtigen Amt ist eine Mitteilung zugegangen mit der Bitte, Herrn Otto Gebauer als Vertreter des Interimspräsidenten Juan Guaidó wahrzunehmen. Wir beabsichtigen, mit Herrn Gebauer in Kontakt zu treten", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Gebauer ist ein ehemaliger Militär, der an einem gescheiterten Putsch gegen Maduros Vorgänger Hugo Chávez 2002 beteiligt war.

Der von Guaidós Gegenspieler, Staatschef Nicolás Maduro, entsandte Botschafter sei bislang nicht abbegerufen worden. Allerdings erkennt die Bundesregierung Maduro nicht mehr als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an. "Wir führen derzeit keine politischen Gespräche mit dem Botschafter", sagte die Außenamtssprecherin. Wegen Einmischung in innere Angelegenheiten hatte Maduros sozialistische Regierung am Mittwoch den deutschen Botschafter in Caracas zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen.

Daniel Kriener wird am Samstag zu Konsultationen in Berlin erwartet. Vor seiner Abreise wurde er am Donnerstag von Guaidó in der Nationalversammlung empfangen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, Kriener und Guaidó hätten sich auch zu Fragen der künftigen diplomatischen Beziehungen ausgetauscht.

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