USA:Zweiter Oklahoma-Bomber muss mit Todesstrafe rechnen

Rund neun Jahre nach dem verheerenden Bombenanschlag auf ein Amtsgebäude in Oklahoma City ist der Komplize des hingerichteten Haupttäters Timothy McVeigh in 161 Fällen für schuldig befunden worden.

In dem Mordprozess droht Terry Nichols jetzt die Todesstrafe. Die Beweisaufnahme des Verfahrens in McAlester dauerte zwei Monate. Dabei hörten die zwölf Geschworenen 260 Zeugen und sahen mehr als 1200 Beweisstücke. Die Anklage argumentierte, Nichols sei einer der aktiven Drahtzieher des blutigen Bombenanschlags gewesen.

Die Verteidigung betonte dagegen, Nichols sei vom Haupttäter McVeigh ausgenutzt und angestiftet worden. McVeigh habe zudem noch andere, viel wichtigere Mithelfer gehabt. Terry Nichols befand sich 300 Kilometer von Oklahoma City entfernt in Kansas, als die Bombe explodierte.

1998 hatte ein Bundesgericht Nichols wegen Mordes in acht Fällen und Verschwörung zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit der Begnadigung verurteilt.

Strafmaß wird kommenden Dienstag verkündet

Die Geschworenen sahen damals von der Todesstrafe ab, weil sie sich nicht über das Ausmaß von Nichols Mittäterschaft klar waren. Die Justiz des Staates Oklahoma unternahm daraufhin einen zweiten Versuch, die Todesstrafe für Nichols durchzusetzen.

Der neue Prozess wird diesmal nicht auf Bundes-, sondern auf Staatsebene abgehalten. Über das Strafmaß wird am kommenden Dienstag in McAlester verhandelt.

Bei dem Terroranschlag auf das Alfred P. Murrah-Bundesgebäude im Zentrum von Oklahoma City waren am 19. April 1995 insgesamt 168 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden.

© dpa/AFP - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: