USA Die Kongresswahl im November bereitet den Republikanern Sorgen

Neben der Aussicht auf einen Handelskrieg mit China und einen nuklearen Schlagabtausch mit Nordkorea gibt es zwei Dinge, die vor allem Trump-Unterstützer nervös machen, wenn sie auf 2018 blicken: die laufenden Ermittlungen zu Trumps Verbindungen nach Russland und die Kongresswahl im November.

Noch ist nicht klar, ob Sonderermittler Robert Mueller jemanden aus Trumps Wahlkampfteam wegen illegaler Absprachen mit Moskau anklagen wird. Denkbar ist auch, dass er zwar keine Straftaten findet, dass sich aber Trump oder einer seiner Mitarbeiter trotzdem wegen Behinderung der Justiz wird verantworten müssen. Immerhin hat Trump offenbar versucht, das Verfahren gegen seinen früheren Sicherheitsberater Michael Flynn zu stoppen. Dieser wiederum hat das FBI über seine Kontakte zur russischen Regierung belogen, ebenso wie ein anderer früherer Trump-Berater. Das alles ist nach jetzigem Stand wohl noch kein zweiter Watergate-Skandal. Auf jeden Fall aber rechnet niemand in Washington damit, dass Muellers Ermittlungen in naher Zukunft beendet sein werden. Stattdessen werden sie weiter wie düstere Wolken über Trumps Präsidentschaft hängen - und das in einem Wahljahr.

Die Republikaner könnten ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlieren

Die Kongresswahl im November bereitet den Republikanern die größten Sorgen. So, wie es derzeit aussieht, könnten sie ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlieren, die Mehrheit im Senat ist zumindest in Gefahr. Das liegt zum einen daran, dass sich gemäßigte, gebildete republikanische Wähler wegen Trumps Benehmen von der Partei abwenden, vor allem Frauen. Zum anderen sind die demokratischen Wähler so motiviert wie selten zuvor. Für Trump ist das eine toxische Mischung.

Denn wenn der republikanische Präsident im Herbst seine Kongressmehrheit verlieren sollte, wäre es vorbei mit dem Regieren. Die Demokraten würden wohl Fundamentalopposition betreiben - allein aus Revanche. Zudem stünden die demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus unter enormem Druck, ihre neue Mehrheit zu einem Großangriff auf Trump zu nutzen und ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn einzuleiten, selbst wenn das im Senat später scheitern würde. Es ist also durchaus möglich, dass das Jahr 2019 noch ein bisschen harscher wird für Amerika als 2018.

"New York Times"-Bericht

Trump-Berater verplapperte sich offenbar zu Russland

Wusste der US-Präsident von einer Einflussnahme Moskaus auf den Wahlkampf? Laut einem Zeitungsbericht wurden die Russland-Ermittlungen des FBI durch ein Trinkgelage ausgelöst.