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USA:Lehrer in Florida dürfen künftig Waffen tragen

USA - Schulangestellte beim Schießtraining in Colorado

In 30 US-Bundesstaaten dürfen Lehrer Präsident Trump zufolge bereits Waffen tragen: Eine Schulangestellte beim Schießtraining in Colorado

(Foto: AFP)
  • Das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Florida hat am Mittwoch entschieden, dass Lehrer im Unterricht künftig Waffen tragen dürfen.
  • Die Entscheidung ist eine Konsequenz aus dem Schulmassaker von Parkland, bei dem vor etwa einem Jahr 17 Menschen ums Leben kamen.
  • Mehrere Schulbezirke haben allerdings bereits angekündigt, sich dem Programm nicht anschließen zu wollen.

Bei einem Schulmassaker in Parkland im US-Bundesstaat Florida starben vor etwa einem Jahr 17 Menschen. Als Konsequenz sollen Lehrerinnen und Lehrer dort künftig Waffen tragen dürfen. Das entschied das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus Floridas nach einer hitzigen Debatte am Mittwoch mit 65 zu 47 Stimmen. Der Gesetzentwurf geht nun an Gouverneur Ron DeSantis, der schon zuvor seine Unterstützung signalisiert hatte.

Ein Gesetz, das bereits kurz nach dem Massaker in Parkland nördlich von Miami verabschiedet worden war, hatte Lehrer vom Waffentragen während des Dienstes bisher ausgenommen. In den USA kommt es immer wieder vor, dass an Schulen und Hochschulen Menschen durch Schüsse getötet werden. Bemühungen für schärfere Waffengesetze laufen seit Jahren ins Leere, weil die Republikaner dagegen sind.

US-Präsident Donald Trump ist dafür, dass Lehrer im Klassenzimmer Schusswaffen tragen. 30 US-Bundesstaaten hätten dies inzwischen erlaubt, sagte er kürzlich bei einer Veranstaltung der Waffenlobby-Organisation NRA in Indianapolis.

Mehrere Schulbezirke wollen sich dem Programm nicht anschließen

In Florida müssen Lehrer und andere Mitarbeiter zunächst vom zuständigen Schulbezirk für ein entsprechendes Programm - das "Guardian Program" - angemeldet werden, um ein Training im örtlichen Sheriffbüro zu durchlaufen. Außerdem müssen die Pädagogen sich psychiatrisch untersuchen lassen und einen Drogentest absolvieren.

Befürworter des neuen Gesetzes bezeichnen bewaffnete Lehrer als "die letzte Verteidigungslinie". Sie sollten eingreifen, wenn keine Polizei in der Nähe sei. Kritiker sagten dagegen, mehr Waffen bedeuteten nicht mehr Sicherheit. Einige verwiesen auf einen Vorfall vom Dienstag, bei dem die Waffe eines für eine Schule zuständigen Polizisten in einer Cafeteria im Westen Floridas losgegangen war. Verletzt wurde niemand.

Lehrergewerkschaften haben sich energisch gegen das Gesetz ausgesprochen. Mehrere Schulbezirke haben bereits klargemacht, dass sie sich dem Programm nicht anschließen werden. Auch der für Parkland zuständige Sheriff des Bezirks von Broward County warnte vor den Folgen des Gesetzes. "Lehrer ergreifen diesen Beruf, um Kinder zu unterrichten, nicht um als Schulsicherheitsdienst zu dienen", schrieb Gregory Tony in einem Brief an die örtliche Schulbehörde. Zudem bringe das Wächterprogramm Schüler, Lehrer und Ersthelfer in Gefahr.

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