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USA:Virus trifft Inkompetenz

Präsident Trump versagt im Angesicht der Corona-Krise.

Von Hubert Wetzel

Bernie Sanders hat bei dem Fernsehduell gegen Joe Biden am Montag keinen Auftritt hingelegt, der seine Kandidatur retten wird. Aber er hat gleich zu Beginn einen sehr zutreffenden Satz gesagt: Das Wichtigste sei, dass die Amerikaner den "brabbelnden" amtierenden Präsidenten Donald Trump loswürden.

Trump hat in der Corona-Krise bisher weitgehend versagt. Er hat die Gefahr zuerst ignoriert. Dann hat er - als die medizinischen Experten längst Alarm schlugen - behauptet, das Virus sei nur eine hysterische Erfindung der Demokraten und der Fake-News-Presse, um ihm seinen schönen Aktienmarkt kaputt zu machen und seine Wiederwahl zu torpedieren. Rechte Meinungsmacher haben diesen Blödsinn übernommen - mit der Folge, dass es in den USA jetzt von der politischen Gesinnung abhängt, ob Bürger die Bedrohung durch das Virus ernst nehmen. Mittlerweile scheint Trump zwar aufzuwachen. Aber er tut immer noch so, als sei die Epidemie in erster Linie ein Wirtschaftsproblem, nicht eine Gefahr für Leib und Leben von Hunderttausenden seiner Landsleute.

Trump war schon immer ein Blender und Bluffer. Das war egal, solange er nur Hotels betrieb. Es wurde zu einem ernsten Problem, als er Präsident der USA wurde. In der Corona-Krise können seine Ignoranz und Inkompetenz zum tödlichen Debakel werden.

© SZ vom 17.03.2020

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