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USA:Verdacht auf Ölhandel: Südkorea beschlagnahmte chinesisches Schiff

Die Lighthouse Winmore vor dem Hafen von Yeosu in südkoreanischen Gewässern

(Foto: AP)
  • US-Präsident Trump hat China erneut heftig kritisiert. Das Land verkaufe heimlich Öl auf hoher See an Nordkorea und untergrabe so die Bemühungen um eine freundschaftliche Lösung.
  • Der Verkauf von Schiff zu Schiff wäre ein Verstoß gegen eine UN-Resolution.
  • China bestreitet den Vorwurf.

US-Präsident Donald Trump hat China vorgeworfen, die Bemühungen zur Entschärfung des Nordkorea-Konfliktes zu untergraben. Er sei "sehr enttäuscht" darüber, dass China es zulasse, dass Öl nach Nordkorea gelange, schrieb Trump auf Twitter. Peking sei auf frischer Tat dabei ertappt worden.

"Es wird niemals eine freundschaftliche Lösung des Nordkorea-Problems geben, wenn sowas weiterhin passiert." Trump nannte keine Beweise für seinen Vorwurf. Er bezog sich dabei aber offensichtlich auf einen Zeitungsbericht, wonach chinesische Schiffe auf hoher See Öl an nordkoreanische Frachter verkauft haben sollen. Das südkoreanische Blatt Chosun Ilbo hatte am Dienstag berichtet, dass es seit Oktober etwa 30 solcher Vorfälle gegeben habe. Dies gehe aus Satellitenbildern hervor. Die Zeitung berief sich dabei auf südkoreanische Regierungskreise. Der Sender Fox News und andere US-Medien griffen den Bericht auf.

Wie jetzt bekannt wurde, hatten südkoreanische Autoritäten bereits am 24. November die "Lighthouse Winmore", ein Schiff aus Hongkong, im Hafen von Yeosu in Südkorea beschlagnamt und inspiziert. Ein Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums bestätigte Berichte, wonach das Schiff im Oktober 600 Tonnen Mineralölerzeugnisse auf Schiffe aus Nordkorea umgeladen haben soll.

Schon wenige Tage vor Weihnachten hatte Trump China - ebenso wie Russland - als "revisionistische" Macht bezeichnet, welche die Weltordnung gegen die Interessen der Amerikaner verändern wolle. Auch bereits im Wahlkampf hatte Trump immer wieder gesagt, dass China die USA im wirtschaftlichen und im Handelsbereich betrügen würden.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte im September eine Resolution verabschiedet, die den Mitgliedsstaaten den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff verbietet. In der jüngsten Resolution des Sicherheitsrates vom vergangenen Freitag werden zudem die Lieferungen von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an Nordkorea weiter begrenzt. Statt der ursprünglich ab 1. Januar 2018 erlaubten zwei Millionen Barrel jährlich sind damit nur noch 500 000 Barrel dieser Erzeugnisse pro Jahr erlaubt. Das chinesische Außenministerium hatte am Mittwoch erklärt, sich strikt an die Handelsrestriktionen zu halten.

Nordkorea kritisierte die jüngste Verschärfung der Sanktionen scharf. Sie käme einer "kompletten wirtschaftlichen Blockade der Volksrepublik" gleich. Das Land drohte allen Unterstützern. Sie würden "einen hohen Preis" dafür bezahlen. Der Beschluss stelle eine "schwere Verletzung der Souveränität unserer Republik und eine kriegerische Handlung gegen Frieden und Stabilität der koreanischen Halbinsel" dar.

© Süddeutsche.de/dpa/mane

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