USA und Nordkorea USA fordern Abzug des deutschen Botschafters aus Nordkorea

  • Die USA wollen, dass Deutschland seinen Botschafter aus Nordkorea abzieht. Damit solle der Druck auf das Land erhöht werden, Raketentests künftig zu unterlassen.
  • Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung spricht sich für eine diplomatische Lösung aus und verteidigt die Botschaft als "Anker in Pjöngjang".
  • Russland hat bereits angekündigt, seine wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea fortzuführen.

Die USA haben das Auswärtige Amt in Berlin aufgefordert, seinen Botschafter aus Nordkorea abzuziehen. Länder mit diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea sollten diese abbrechen, um den Druck auf Nordkorea im Atomstreit mit dem kommunistischen Land zu erhöhen, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, in Washington. Sie forderte Deutschland und andere Länder auf, "diese Botschafter abzuberufen". Nordkorea hatte nach eigenen Angaben erstmals eine Interkontinentalrakete getestet, mit der das Gebiet der USA in die Reichweite seiner Atomwaffen gerät.

Die Bundesrepublik gehört anders als die USA zu den Ländern, die bisher ihre diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea trotz dessen Atomprogramm aufrechterhalten haben. Deutschland wird gegenwärtig von dem Diplomaten Thomas Schäfer in Nordkorea repräsentiert.

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Und das soll auch so bleiben - dafür hat sich der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung Jürgen Hardt deutlich ausgesprochen. "Der Aufforderung der Botschafterin der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, unseren deutschen Botschafter aus Nordkorea zurückzuziehen, sollten wir nicht folgen", sagte der CDU-Politiker, der auch außenpolitischer Sprecher der Union ist. "Für das Nordkorea-Problem kann es letztlich nur eine diplomatische Lösung geben." Dabei könnten sich die Europäer nicht alleine auf die chinesische oder die russische Botschaft in Nordkorea verlassen. "Es ist gut, dass Europa und damit der Westen mit der deutschen Botschaft einen Anker in Pjöngjang hat."

Russland hat die Forderungen der USA abgelehnt

Deutschland habe sich im Kampf gegen das System nordkoreanischer Zwangsarbeiter im Ausland bereits als hilfreicher Partner erwiesen, sagte Nauert. Das Problem Nordkorea betreffe nicht nur die USA, fügte sie hinzu. "Nordkorea bedroht die gesamte Welt." Es bedürfe gemeinsamer weiterer Anstrengungen, um die Führung in Pjöngjang an den Verhandlungstisch zu bewegen. China und Russland stünden besonders in der Verantwortung.

Russland hat allerdings bereits abgelehnt, alle wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea abzubrechen. Das Vorgehen der USA sei geeignet, Nordkorea zu extremen Schritten zu provozieren, zitierten russische Nachrichtenagenturen Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag bei einem Besuch in Weißrussland. Sollten die USA einen Vorwand suchen, Nordkorea zu zerstören, sollten sie dies klar sagen.

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