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USA:Trumps früherer Wahlkampfmanager Manafort des Betrugs schuldig

Prosecutors focus on Manafort 'lies' as trial draws to a close

Paul Manafort - hier auf einer Aufnahme im Juni - saß zuletzt in Untersuchungshaft.

(Foto: AFP)
  • Geschworene in Virginia sprechen Trumps Ex-Wahlkampfmanager in acht von 18 Punkten für schuldig.
  • Sie sehen Steuer- und Bankbetrug als erwiesen an.
  • In den verbliebenen Anklagepunkten können sich die Geschworen nicht einigen.
  • Manafort droht eine langjährige Haftstrafe.
  • Trump: "Das hat nichts mit geheimen Absprachen zu tun."

Paul Manafort, früherer Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, ist in einem Prozess wegen Banken- und Steuerbetrugs in acht von 18 Anklagepunkten für schuldig befunden worden.

Nach viertägigen Beratungen kam die zwölfköpfige Jury zu dieser Entscheidung gegen den 69-Jährigen. Ihm droht nun eine lange Haftstrafe. In den zehn nicht entschiedenen Punkten erklärten die Geschworenen, sich nicht auf ein Urteil einigen zu können. Diese Anklagen müssen nun in einem separaten Prozess nochmals verhandelt werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Manafort vorgeworfen, Einnahmen in Millionenhöhe aus seiner Beratertätigkeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine zwischen 2005 und 2014 auf 31 ausländischen Konten, insbesondere in Zypern, versteckt zu haben, um der US-Steuerbehörde IRS zu entgehen.

Ehemaliger Geschäftspartner als wichtigster Zeuge

Sie beschuldigte ihn auch, in Kreditanträgen gelogen zu haben, um weitere Millionen für die Aufrechterhaltung seines aufwendigen Lebensstils zu erhalten.

Die Anklage stützte sich auf die Aussagen ihres wichtigsten Zeugen, Manaforts langjährigem Geschäftspartner Rick Gates. Dieser hatte unter anderem erklärt, er habe Manafort dabei geholfen, falsche Steuererklärungen einzureichen und die Existenz ausländischer Bankkonten geheimzuhalten.

Der Prozess vor einem Gericht in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia ist der bislang erste, der durch die Untersuchungen des US-Sonderermittlers in der Russlandaffäre, Robert Mueller, zustande gekommen ist.

Allerdings ging es in dem Verfahren nicht um Vorwürfe gegen Manafort während seiner Tätigkeit als Trumps Wahlkampfmanager im Jahr 2016. Dennoch gilt der Ausgang des Prozesses als wichtiger Test für Muellers Untersuchungen, die Trump wiederholt als politische "Hexenjagd" kritisiert hatte.

Trump erklärte in einer ersten Stellungnahme am Rande einer Veranstaltung, das Urteil sei eine "sehr traurige Sache, die passiert ist. Er ergänzte: "Das hat nichts mit geheimen Absprachen zu tun."

© Süddeutsche.de/AFP/AP/joku/mane/swi
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