FBI-Ermittlungen Chef-Anwalt in Russlandaffäre wirft hin

John Dowd ist nicht mehr Teil von Trumps Anwaltsteam. (Archivbild von 2011)

(Foto: Reuters)
  • John Dowd vertrat den US-Präsidenten in den Sonderermittlungen des FBI zu möglichen Russlandkontakten des Trumpschen Wahlkampfteams.
  • Das Anwaltsteam geriet in den vergangenen Tagen in Unruhe, Trump erwog einen Rauswurf und heuerte einen zusätzlichen Juristen an.

Die Turbulenzen um die Russlandermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump reißen nicht ab: Jetzt hat Trumps Anwalt John Dowd seinen Rückzug angekündigt. Dowd leitete seit 2017 jenes Anwaltsteam, das Trump in den Russlandermittlungen vertritt.

Die New York Times berichtet, Dowd habe in den vergangenen Monaten bereits mehrmals mit dem Gedanken gespielt, dieses Team zu verlassen. Nach Informationen der Zeitung war Dowd der Ansicht, dass Trump seine Ratschläge zunehmend ignoriert habe. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP schrieb Dowd, er "liebe den Präsidenten" und wünsche ihm alles Gute.

Die Russlandermittlungen traten zuletzt erneut in den Fokus, als der Präsident zuerst den stellvertretenden FBI-Chef Andrew McCabe feuern ließ und dann in Twittertiraden gegen Sonderermittler Robert Mueller verfiel. Öffentlich erwog er, Dowds Kollegen Ty Cobb zu entlassen, jenen Anwalt, der am lautesten dafür geworben hatte, mit Sonderermittler Mueller zu kooperieren.

Trump holte sich zudem einen neuen Anwalt in sein Team: Joe diGenova, ehemaliger Staatsanwalt aus Washington, der regelmäßig im Sender Fox News zu Gast ist. Er vertritt seit geraumer Zeit die These, dass sich führende FBI-Mitarbeiter mit Unterstützern von Hillary Clinton oder sogar mit der ehemaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin selbst verschworen haben.

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