USA Trump reagiert auf Comey-Buch: "Er ist ein verlogener Schleimball"

Der US-Präsident beschimpft den ehemaligen FBI-Direktor, nachdem Ausschnitte aus dessen bald erscheinendem Buch veröffentlicht werden. Via Twitter setzt Trump zu einer wahren Tirade an.

Von Xaver Bitz

Es sind keine wirklich überraschenden Dinge, die im demnächst erscheinenden Buch "A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership", geschrieben vom gefeuerten FBI-Direktor James Comey, über Donald Trump zu Tage kommen. Genauso wenig überraschend ist allerdings die Reaktion des US-Präsidenten. Denn wer gedacht hatte, der wohl mächtigste Mann der Welt würde sich erst einmal Zeit nehmen, um dann besonnen etwa über seine Pressesprecherin ein Statement abzugeben, wird einmal mehr enttäuscht.

"James Comey ist ein bekannter LEAKER und LÜGNER", legt Trump via Twitter am Freitagmorgen los und wirft dem Ex-FBI-Chef vor, Staatsgeheimnisse an die Medien weitergegeben zu haben. Trump setzt dann nach, dass beinahe jeder im Politbetrieb in Washington dachte, "dass er für den schrecklichen Job, den er machte, gefeuert gehörte, bis er tatsächlich gefeuert wurde". Er wirft Comey vor, geheime Informationen veröffentlicht und vor dem Kongress unter Eid gelogen zu haben.

In einem zweiten Tweet legt Trump nach und beschimpft den Ex-FBI-Direktor als "verlogenen Schleimball", dessen Umgang mit den Ermittlungen "im Fall der betrügerischen Hillary Clinton" als völlig verpfuscht in Erinnerung bleiben werden.

Trumps Verhältnis zu dem ehemaligen Chef der US-Bundespolizei dauerte auf dienstlicher Ebene nicht besonders lange. Nach weniger als fünf Monaten im Amt feuerte der Präsident Comey im Mai überraschend - und auf ungewöhnlichem Wege: Via Brief teilte Trump ihm mit, dass er und die Chefs des Justizministeriums Jeff Sessions und dessen Stellvertreter Rod Rosenstein ihn nicht für fähig hielten, das FBI zu führen. Comey selbst erfuhr von seiner Kündigung zunächst über die Fernsehnachrichten - zufällig während einer Ansprache vor seinen Mitarbeitern. Die Entscheidung war auch deswegen pikant, weil Comey und seine Behörde zu diesem Zeitpunkt noch in der Frage ermittelten, ob Trump und sein Team während des Wahlkampfs mit der russischen Regierung zusammen arbeiteten. Dass der Präsident ihn deswegen aus dem Weg räumen wollte, ist durchaus wahrscheinlich.

Trumps Twitter-Tirade nimmt ein für ihn typisches Ende. Denn in der Wahrnehmung des Präsidenten gibt es nur Platz für einen Helden: ihn selbst. "Es war mir eine große Ehre, James Comey zu feuern!", schreibt er. Dass er sich nach der Veröffentlichung von Comeys Buch in der kommenden Woche noch einmal zu Wort melden wird, ist durchaus wahrscheinlich.

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