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USA: Trump reist am Dienstag nach Kenosha

U.S. President Donald Trump visits areas damaged by Hurricane Laura in Lake Charles, Louisiana and Orange, Texas

US-Präsident Donald Trump

(Foto: REUTERS)

Nach den Schüssen eines Polizisten auf Jacob Blake wird in der Stadt gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Bei Demonstrationen in Portland wird ein Mensch erschossen.

US-Präsident Donald Trump wird nach Kenosha reisen. Nachdem ein weißer Polizist bei einer versuchten Festnahme den Schwarzen Jacob Blake mit mehreren Schüssen in den Rücken aus kurzer Entfernung schwer verletzt hatte, wird die Stadt von Protesten erschüttert. Trump wolle sich dort mit Polizeivertretern treffen und sich ein Bild von den Schäden in der 100 000-Einwohner-Stadt machen, teilte das Präsidialamt am Samstag mit.

Nach den Schüssen auf den 29-jährigen Blake war es in der vergangenen Woche zu teils gewaltsamen Protesten gekommen. Der Polizeigewerkschaft zufolge war Blake mit einem Messer bewaffnet und hat sich der Festnahme widersetzt. Blakes Familie erklärte, er habe die Beamten weder provoziert noch bedroht.

Die Proteste gegen den Vorfall schlugen teilweise in Gewalt um. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei und zu Plünderungen, zahlreiche Geschäfte wurden niedergebrannt. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und teils rechtsextremen Gegendemonstranten soll zudem ein 17-jähriger Weißer zwei Menschen, die gegen Rassismus protestiert hatten, erschossen und einen dritten verletzt haben. Er mutmaßliche Schütze ist wegen Mordes angeklagt.

Blakes Vater ruft zu einem friedlichen Protest auf

Am Samstag demonstrierten erneut etwa 1000 Menschen gegen Rassismus in der Stadt. Blakes Vater rief die Menge zum friedlichen Protest und Gewaltverzicht auf. Inzwischen wurden mehr als 1000 Nationalgardisten in die Stadt verlegt, um die Lage zu beruhigen.

Bei Demonstrationen in der Stadt Portland im US-Bundesstaat Oregon ist unterdessen ein Mensch erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend (Ortszeit) am Rande zweier Demonstrationen, wie örtliche Medien berichteten. Demnach kamen Schätzungen zufolge etwa 2500 Unterstützer von US-Präsident Donald Trump zu einem Autokorso zusammen. Zugleich fand eine Demonstration linker Gruppen statt. Es gab Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten.

Die Polizei machte zunächst keine Angaben darüber, ob die Schüsse damit in direktem Zusammenhang standen. Unklar war zunächst auch, ob es sich bei dem Opfer um einen Mann oder eine Frau handelt. Es werde wegen eines Tötungsdelikts ermittelt, hieß es.

Seit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Kontrolle durch weiße Polizisten im Mai kommt es in den USA immer wieder zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Trumps Gegner werfen dem Präsidenten vor, mit provozierenden Äußerungen die Wut von Anhängern der Black-Lives-Matter-Bewegung angeheizt zu haben.

© SZ.de/rtr/dit/mkoh
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