In der ersten Amtszeit Donald Trumps waren sich viele noch einig: Autoritär, populistisch, destruktiv, was dieser neue US-Präsident da anrichtet – aber faschistisch? Den Begriff wiesen die meisten als historisch schief und polemisch zurück. Inzwischen sind sich führende Historiker und Politikwissenschaftler da nicht mehr so sicher. Der Faschismusforscher Sven Reichardt erklärt im SZ-Interview, wann in seiner Zunft das Umdenken einsetzte, warum er selbst den Begriff „Postfaschismus“ bevorzugt – und welche Entwicklungen in den USA und Europa ihm besondere Sorge bereiten.
USA„Trump würde nie sagen, dass er der neue Hitler ist“
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Vor einem Jahr begann die zweite Amtszeit des US-Präsidenten. Führt sie in ein neues faschistisches Zeitalter? Oder sind solche Vergleiche schief? Der Historiker Sven Reichardt hat seine Meinung darüber geändert.
Interview von Johan Schloemann und Tobias Zick
