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USA-Russland-Affäre:Trumps Wahlkampfteam war offenbar klares Ziel der Russen

FILE PHOTO: A combination photo shows U.S. President Donald Trump, White House National Security Advisor Michael Flynn and FBI Director James Comey in Washington

Wollten die Russen über Trump-Berater Michael Flynn Einfluss auf den US-Präsidenten nehmen? Neue Erkenntnisse legen das nahe.

(Foto: REUTERS)
  • Neu aufgetauchte Gesprächsmitschnitte verstärken den Verdacht, dass Russland Einfluss auf Trumps Wahlkampf-Team genommen hat.
  • Angeblich sollen russische Geheimdienstler in Moskau vor allem Trumps Ex-Sicherheitsberater Flynn als Ziel gesehen haben.
  • Auch andere Mitglieder aus Trumps Team geraten immer mehr in Erklärungsnot.

US-Präsident Donald Trump streitet ab, dass es eine russische Einflussnahme auf sein Wahlkampfteam gegeben habe. Auch der russische Präsident Wladimir Putin weist solche Geschichten weit von sich. Und doch gibt es immer wieder Hinweise, die den Verdacht untermauern.

Bisher waren das vor allem die regen Kontakte, die Mitglieder aus Trumps Team zu russischen Regierungsvertretern hatten, vor allem zum russischen Botschafter in den USA, Sergei Kislyak. Jetzt aber berichtet die New York Times von einem Gespräch unter russischen Geheimdienstlern und Politikern in Moskau, das von US-Geheimdiensten abgehört worden sein soll. Darin hätten sich die beteiligten Personen darüber ausgetauscht, wie sie am besten auf Team-Mitglieder von Trump Einfluss nehmen können - und auf diesem Weg auch auf Trump selbst.

Als mögliche Ziele wurden Trumps damaliger Wahlkampfchef Paul Manafort und Michal Flynn ausgemacht, der zwischenzeitlich als nationaler Sicherheitsberater diente. Flynn musste schon wenige Wochen nach seiner Ernennung zurücktreten, weil er über seine Kontakte zu Kislyak nicht die volle Wahrheit gesagt hatte.

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Der NSA-Chef und der Nationale Geheimdienstdirektor hätten Trumps Bitte jedoch abgelehnt, berichten US-Medien.

Als das Gespräch stattgefunden haben soll, ermittelte das FBI bereits

Dem Bericht zufolge fand das Gespräch vergangenen Sommer statt. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem das FBI bereits Ermittlungen wegen der möglichen Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl aufgenommen hatte. Die Informationen seien damals an die Behörde weitergeleitet worden. Die New York Times beruft sich auf drei damalige und aktuelle US-Regierungsvertreter, die den Geheimdienstbericht kennen würden.

Bei dem Treffen hätten sich Teilnehmer damit gebrüstet, wie gut ihre Kontakte zu Flynn seien, schreibt die Times. Andere hätten die guten Kontakte von Manafort zum russlandfreundlichen früheren Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, als Pluspunkt herausgestellt.

Der Gesprächsmitschnitt gehört offenbar zu einer Reihe von Hinweisen, denen zufolge Russland versucht haben könnte, Einfluss auf die US-Wahl 2016 zu nehmen. Und das womöglich auch mit Hilfe von Personen, die Trump nahestehen. Das Paket soll auch Belege für direkte Kommunikation zwischen Trump-Beratern und russischen Regierungsvertretern enthalten. Einige Details der Kommunikation sollen der New York Times zufolge die damalige US-Regierung regelrecht alarmiert haben.