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Suchtprävention in den USA:E-Zigaretten dürfen nicht mehr nach Obst und Süßigkeiten schmecken

US-Behörden beschränken Verkauf bestimmter Aromen für E-Zigarette

Die US-Regierung will den Verkauf von E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen beschränken, die besonders Jugendliche ansprechen.

(Foto: dpa)
  • Vor allem Geschmacksrichtungen, die Jugendliche an E-Zigaretten heranführen sollen, werden verboten.
  • E-Zigaretten mit Menthol- oder Tabakgeschmack werden aber weiterhin erlaubt.
  • Im September noch hatte US-Präsident Trump ein weitergehendes Verbot ins Gespräch gebracht. Lobbyisten aber machten Druck.

Die US-Gesundheitsbehörden verbieten eine Vielzahl von E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen. Wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte, werde sie die Obst-, Süßigkeits-, Minze- und Nachtisch-Geschmacksrichtungen in kleinen E-Zigaretten verbieten, die bei Schülern beliebt sind. E-Zigaretten mit Menthol- oder Tabakgeschmack würden aber weiterhin erlaubt.

Nicht vom Verbot betroffen sind auch große Dampf-Geräte, die auf einem Tank basieren. Diese würden hauptsächlich in E-Zigaretten-Geschäften verkauft, die eine erwachsene Kundschaft haben.

Zur Begründung für das Verbot und die Ausnahmen hieß es, man sei einerseits darum bemüht, gegen die zunehmende E-Zigaretten-Nutzung unter Jugendlichen vorzugehen, andererseits aber auch erwachsenen Nutzern Rechnung zu tragen, die mit E-Zigaretten von herkömmlichen Tabakprodukten loskommen wollten.

Im September hatte US-Präsident Donald Trump ein noch weitergehendes Verbot von Aromen ins Gespräch gebracht. Befürworter von E-Zigaretten und Lobbyisten aber hatten Druck gemacht. Berater des Weißen Hauses sagten Trump, ein komplettes Verbot von Geschmacksrichtungen könnte ihn Stimmen kosten.

Das neue Verbot stellt dennoch den bislang größten Schritt der US-Regierung gegen den Anstieg von E-Zigaretten-Nutzung bei Teenagern dar. Einer aktuellen Umfrage der Regierung zufolge nutzte mehr als einer von vier High-School-Schülern nach eigener Darstellung im vorigen Monat E-Zigaretten. Erst kürzlich hatten die USA das Mindestalter zum Kauf von Tabakprodukten und E-Zigaretten von 18 auf 21 Jahre angehoben.

Unternehmen drohen Strafgelder

Unternehmen, die die Herstellung und den Vertrieb der verbotenen Produkte innerhalb von 30 Tagen nicht stoppen, müssen sich auf Strafen durch die US-Drogenbehörde FDA einstellen, darunter Strafgelder und Beschlagnahmungen.

Der Tod von Dutzenden Menschen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten hat in den Vereinigten Staaten Sorge ausgelöst. Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge starben bereits mehr als 50 Menschen, die Zahl der Erkrankten liegt demnach bei mehr als 2500 Fällen.

In Deutschland und auch europaweit ist bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Nutzer in Nordamerika zu beschränken. In Deutschland ist die Zusammensetzung der Wirkstoffe von E-Zigaretten strenger reguliert als in den USA.

© SZ.de/dpa/AP/aner
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