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US-Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris:"Komma sagen, ein La anhängen"

Senator Kamala Harris Seeks To Make History With 2020 Presidential Bid

Am Martin-Luther-King-Tag gab sie ihre Kandidatur für 2020 bekannt: die demokratische US-Senatorin Kamala Harris.

(Foto: Bloomberg)
  • Die Demokratin Kamala Harris will 2020 für die Demokraten das Weiße Haus erobern.
  • Die US-Senatorin mit afroamerikanischen und indischen Wurzeln hat sich durch ihren gründlichen bis aggressiven Befragungsstil einen Namen gemacht.
  • Doch ihre Vorgeschichte als Staatsanwältin ist bei Linken ein Handicap: "Kamala Harris is a cop", heißt es immer wieder in sozialen Netzwerken.

Alle großen Dinge beginnen klein. Mit einer Frage beispielsweise: Wie spricht man diesen Vornamen aus? Ka-MA-la? Oder KA-ma-la? Die Antwort gibt Kamala Harris derzeit bei jedem Anlass: Betonung auf der ersten Silbe, "Komma sagen, ein La anhängen", das ist die Eselsbrücke, die sie für ihre Zuhörer baut.

Und wenn Harris über ihren Namen spricht, ist sie auch schon mitten drin in der Geschichte ihres Lebens. Ihr Vorname ist Sanskrit für Lotusblume; die Mutter stammt aus Indien, der Vater aus Jamaika, und sie selbst ist seit dieser Woche Kandidatin für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten.

Ihre Bewerbung für die Nominierung der Demokratischen Partei verkündete die Senatorin aus Kalifornien am Montag, dem Martin-Luther-King-Tag, der in den USA ein Feiertag ist. Eine bewusste Geste, wie Harris in der TV-Sendung "Good Morning America" sagte. Eine Verbeugung vor dem Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, in der sich ihre Eltern kennengelernt hatten - und die auch für Harris prägend war.

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Die aufstrebende Senatorin Kamala Harris kündigt ihre Bewerbung um das US-Präsidentenamt an. Sie hat gute Verbindungen in verschiedene Lager der Demokraten.

Von den Bürgerrechtlern habe sie gelernt, dass es sich lohne, für die Ideale der USA zu kämpfen. "Das amerikanische Volk verdient es, jemanden zu haben, der für die Leute kämpft, der sie sieht und hört, der ihre Erfahrungen über das eigene Interesse stellt", sagte sie.

Um 2020 gegen Donald Trump anzutreten, muss sich die 54-Jährige zuerst in den demokratischen Vorwahlen gegen eine wachsende Zahl von Konkurrenten behaupten. Zu Harris' Vorteilen gehört dabei, dass sie im Fall einer Wahl die erste Frau im Weißen Haus wäre und zudem afroamerikanische Wurzeln hat. Frauen und Schwarze gehören zu den wichtigsten Wählergruppen der Demokraten.

Ihr Slogan: "For the people"

Aufgewachsen ist Harris in einem schwarzen Mittelschichtquartier im kalifornischen Berkeley. Als Kind verbrachte sie einige Zeit bei der Familie ihrer Mutter in Indien, sie ging regelmäßig in eine schwarze Baptisten-Kirche wie auch in einen Hindu-Tempel. Ihr Studium absolvierte sie an der Howard University in Washington, einer Hochschule der afroamerikanischen Elite.

Zurück in Kalifornien, arbeitete sie 13 Jahre als Staatsanwältin in San Francisco und wurde dort 2003 zur Bezirksstaatsanwältin gewählt. 2010 schaffte sie die Wahl zur Generalstaatsanwältin von Kalifornien. Bereits dort war sie die erste Frau mit afroamerikanischen und mit indischen Wurzeln. Biografisch ist der Unterschied zu Trump und seiner weißen Wählerbasis wohl bei keinem anderen demokratischen Kandidaten so groß.

Ihre Karriere im Justizwesen macht Harris auch zum Thema ihrer Präsidentschaftskampagne. Ihr Slogan heißt "For the people", für das Volk. So begann sie jeweils vor Gericht ihre Plädoyers, so betreibe sie auch Politik, sagt sie.