bedeckt München 11°

USA:Pompeo vermutet Russland hinter Nawalny-Vergiftung

USA setzen Chefanklägerin von Weltstrafgericht auf Sanktionsliste

Äußert sich eindeutiger zum Fall Nawalny als sein Chef Donald Trump: US-Außenminister Mike Pompeo.

(Foto: dpa)

Nachdem sich US-Präsident Trump zuletzt zurückhaltend zur Schuldfrage im Fall Nawalny geäußert hatte, wird sein Außenminister nun deutlich. Die Welt habe sich darauf verständigt, "dass normale Länder nicht so arbeiten", so Pompeo.

US-Außenminister Mike Pompeo sieht eine "begründete Möglichkeit", dass die russische Regierung hinter der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny steckt. "Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies tatsächlich von hochrangigen russischen Offiziellen kam", sagte Pompeo in der Radiosendung des rechtskonservativen Moderators Ben Shapiro, wie aus einem vom Außenministerium veröffentlichten Protokoll hervorgeht.

US-Präsident Donald Trump hatte sich noch am Wochenende zurückhaltend zur Schuldfrage geäußert. "Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Es ist tragisch, furchtbar, wir haben noch keine Beweise gesehen, aber werden es uns anschauen", sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Der Newsletter zur US-Präsidentschaftswahl 2020

Alles Wichtige zur Wahl in den USA: in unserem Newsletter - jede Woche in Ihrem Postfach. Kostenlose Anmeldung: sz.de/usa-newsletter. Und per Push-Mitteilung über unsere Smartphone-App - hier geht es zur kostenlosen Installation. Sie nutzen unsere App bereits? Dann melden Sie sich hier für die Push-Mitteilung an.

"Ich denke, die Welt ist gereift und hat sich darauf verständigt, dass normale Länder nicht so arbeiten, und dies wird sich für die Russen als kostspielig erweisen", sagte Pompeo. Die Vereinigten Staaten würden ihre Reaktion noch abwägen. "Wir werden sicherstellen, dass wir unseren Teil dazu beitragen, das solche Dinge nicht wieder passieren", erklärte er.

Die Außenminister der Gruppe der Sieben (G 7) verurteilten am Dienstag die "bestätigte Vergiftung" von Nawalny. Ein Speziallabor der Bundeswehr hat nach Angaben der Bundesregierung "zweifelsfrei" festgestellt, dass der 44-Jährige mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde.

Russland bestreitet, in die Vergiftung des Oppositionspolitikers verwickelt zu sein - russische Ärzte hätten keine Hinweise auf eine Vergiftung gefunden.

© SZ/AP/jobr

Sanktionen gegen Russland
:Ein klares Signal

Deutschland wird Putin nicht auf den Pfad der Tugend zwingen, aber es sollte seine ökonomische Macht als Werkzeug einsetzen - schon aus Gründen der Selbstbehauptung.

Von Stefan Kornelius

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite