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USA:Pompeo ist der Gegenentwurf zu US-Außenminister Tillerson

FILE: CIA Director Mike Pompeo And Sec. of State Rex Tillerson

Mike Pompeo verhält sich als CIA-Chef bisher so, wie Trump es sich von einem loyalen Mitarbeiter wünscht.

(Foto: Andrew Harrer/Bloomberg)
  • Die Ablösung von Rex Tillerson als US-Außenminister scheint beschlossene Sache.
  • Der Zeitpunkt ist allerdings unklar, manche sagen, es dauere noch Monate. Aber der Nachfolger steht offenbar schon bereit: CIA-Chef Mike Pompeo, ein Gegenentwurf zu Tillerson.
  • Er ist ein loyaler Mitarbeiter von US-Präsident Trump, sie sollen sich täglich treffen.

Die Berichte klingen, als wäre alles längst entschieden. Als seien die Tage von US-Außenminister Rex Tillerson tatsächlich gezählt. Angefangen mit der New York Times haben am Donnerstag mehrere US-Medien berichtet, im Weißen Haus gebe es einen fertigen Plan, wann und wie Tillerson abgelöst werden soll. In den kommenden Wochen solle es passieren, spätestens bis Ende Januar, sagen die einen. Vielleicht dauere es noch Monate, sagen andere.

Und dann soll Mike Pompeo, der durchaus umstrittene Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA, die Nachfolge Tillersons antreten. Für ihn wiederum wird laut New York Times der Senator von Arkansas einspringen, Tom Cotton. Andere nennen den pensionierten Marine-General Robert Howard als Nachfolger für den Spitzenposten im State Department.

Gibt es diese Pläne tatsächlich? Sehr wahrscheinlich. Aber werden sie auch genauso umgesetzt? Dahinter steht noch ein großes Fragezeichen. US-Präsident Donald Trump bestritt am Freitag jedenfalls, Tillerson stehe vor dem Abschied aus dem Amt. Dies seien "Falschnachrichten", twitterte Trump, auch wenn er mit Tillerson "bei bestimmten Themen nicht einer Meinung" sei, werde dieser sein Amt nicht abgeben. Tillerson und Trump haben grundverschiedene Vorstellungen darüber, wie US-amerikanische Außenpolitik aussehen sollte. Tillerson will sie so verlässlich wie möglich halten, Trump glaubt, sie mit seinem Twitter-Account betreiben zu können.

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Eine Sprecherin des Außenministeriums dementiert die Gerüchte. Trumps Stabschef Kelly habe das Ministerium informiert, dass entsprechende Berichte nicht der Wahrheit entsprächen.

Im Juli nannte Tillerson den Präsidenten einen "Trottel"

Iran, Nordkorea, China, Nato - es gibt kaum ein Feld, auf dem Tillerson und Trump einig sind. Zuletzt postete Trump islamfeindliche Videos einer ultrarechten Partei aus Großbritannien. Was zu diplomatischen Verwicklungen mit Premierministerin Theresa May führte.

Schon vor Monaten war spekuliert worden, dass der ehemalige Öl-Manager Tillerson den Sommer nicht überstehen werde. Mitte Oktober kam heraus, dass Tillerson den Präsidenten im Juli in kleiner Runde als "Moron" bezeichnet haben soll - "Trottel" gehört zu den noch vergleichsweise schmeichelhaften Übersetzungen.

Nach diesem Vorfall stellten sich zwei Fragen: Warum schmeißt Tillerson nicht hin? Und wenn er das nicht tut: Warum feuert Trump ihn nicht? Tillerson wolle das Land vor dem Präsidenten schützen, vermuteten mache. Und feuern könne Trump ihn nicht, weil Tillerson mit anderen Ministern einen "Selbstmord-Pakt" geschlossen hat. Muss einer gehen, gehen alle - das sollen Tillerson, Finanzminister Steve Mnuchin und Verteidigungsminister Jim Mattis vereinbart haben.