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USA:Parteitag ohne Biden 

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat sich entschieden: Wegen der Corona-Pandemie wird er nicht auf dem Parteitag in Wisconsin auftreten, sondern von seinem Heimstaat Delaware aus die Nominierung seiner Partei akzeptieren.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden wird seine formelle Ernennung nicht auf dem Parteitag im Bundesstaat Wisconsin entgegennehmen. Er werde seine Rede in Delaware halten, wo er zuhause ist, erklärte die Demokratische Partei am Mittwoch. Der Schritt sei der Coronavirus-Pandemie geschuldet. Keiner der Redner bei der Veranstaltung vom 17. bis 20. August werde persönlich auftreten.

Auch die Republikaner von Präsident Donald Trump haben ihr Programm zurückgefahren. Ihre Wahlparty sollte ursprünglich in North Carolina stattfinden. Nach einem Streit über Corona-Auflagen wurde ein großer Teil nach Florida verlegt, nur um später abgesagt zu werden. Jetzt soll nur noch ein kleiner Teil des Programms vom 24. bis zum 27. August in North Carolina stattfinden. Auch Trump will auf eine Rede vor Ort verzichten.

Nach Monaten harscher Kritik an der Briefwahl machte Trump unterdessen überraschend eine Ausnahme geltend. Wähler in Florida ermutige er, per Brief abzustimmen, weil das Wahlsystem dort sicher, bewährt und genau sei. Sein Wahlkampfteam und die Republikaner hatten den Staat Nevada wegen eines dort erst kürzlich verabschiedeten Briefwahlgesetzes verklagt Das widersprüchlich wirkende Vorgehen dürfte damit zu tun haben, dass Florida als Swing State gilt, als zwischen Republikanern und Demokraten umkämpfter Staat. Zuletzt stieg dort die Zahl von Wählern der Demokraten, die Briefwahlunterlagen für die Wahl im November anforderten, auf 1,9 Millionen. Seitens der Republikaner taten dies 1,3 Millionen, geht aus Daten des für das Wahlprozedere zuständigen Amtsträgers hervor.

Vor der Wahl 2016 hatten beide Parteien 1,3 Millionen Antragsteller. Nach Expertenmeinung müsste Trump bei der Wahl in Florida gewinnen, um seine Wiederwahl zu sichern. Doch liegt er dort wie in anderen umkämpften Staaten in Umfragen hinter Biden. Wegen Coroana wird mit einer hohen Briefwahlbeteiligun gerechnet.

© SZ vom 06.08.2020 / AP

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