Süddeutsche Zeitung

Ohio:Tatverdächtiger von Dayton hatte Unterstützung vor dem Attentat

  • Im Zusammenhang mit dem Attentat in Dayton, Ohio, ist ein Freund des mutmaßlichen Schützen festgenommen worden.
  • Er soll für den Tatverdächtigen Waffenzubehör gekauft und gelagert haben.
  • Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es keine Beweise, dass er vorab von den Attacken wusste.

Der mutmaßliche Schütze von Dayton im US-Staat Ohio hatte nach Angaben von Ermittlern vor der Tat Unterstützung. Ein Freund habe für ihn in diesem Jahr eine Schutzweste und Waffenzubehör gekauft, teilte das FBI mit. Unter anderem habe der Freund das 100-Schuss-Magazin bestellt, das der Täter am 4. August benutzte. Außerdem habe er die Sachen für den Attentäter verwahrt, um sie vor dessen Eltern zu verstecken, wie US-Medien berichten.

Es gebe keine Beweise, dass der Freund auch an der Planung oder Durchführung der Attacke beteiligt gewesen sei, sagte Staatsanwalt Benjamin Glassman. Trotzdem erwartet ihn jetzt eine Anklage, mindestens wegen Drogenbesitzes und wegen Lügens auf einem Waffenkaufs-Formular: Er hatte angegeben, keine Drogen zu nehmen, konsumierte aber regelmäßig Cannabis. CNN zufolge wurde der Freund festgenommen. Ihm drohten bis zu 15 Jahre Haft. Auch der spätere Schütze hätte in der Vergangenheit verschiedene Drogen konsumiert, so der Freund.

Der Täter hatte in Dayton in nur 30 Sekunden neun Menschen getötet und 27 verletzt, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Wie der Angreifer einen Tag zuvor in El Paso, Texas, der in einem Einkaufszentrum 22 Menschen tötete, verwendete er ein halbautomatisches Gewehr. Seit den beiden Massakern wird in den USA wieder einmal über eine Verschärfung des Waffenrechts debattiert. Im Gespräch sind genauere Hintergrundchecks beim Waffenkauf.

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