Trump und Kim USA und Nordkorea bereiten zweiten Gipfel vor

Donald Trump und Kim Jong-un wollen sich ein zweites Mal treffen.

(Foto: REUTERS)
  • Nach dem Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim blieb der erhoffte Durchbruch bei der atomaren Abrüstung bislang aus.
  • Trotzdem nehmen Washington und Pjöngjang Anlauf für ein zweites Treffen. Kim habe Trump einen herzlichen Brief geschrieben, heißt es aus dem Weißen Haus.
  • Kim plant zudem ein Treffen mit Südkoreas Präsident Moon. Wie nun bekannt wird, beginnen die beiden Länder schon diese Woche mit Militärgesprächen.

Das Weiße Haus und die Regierung Nordkoreas bereiten ein zweites Spitzentreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong-un vor. Das gab Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders am Montag in Washington bekannt, ohne Details zu nennen.

Sie erklärte, Kims jüngster Brief an Trump sei "sehr herzlich" und "sehr positiv" gewesen. Darin habe er eine zweite Zusammenkunft nach ihrem historischen Gipfel im Juni in Singapur angeregt. Nun werde geprüft, wie ein Treffen zeitlich eingeplant werden könne.

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Nach dem Gipfeltreffen von US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber waren die Verhandlungen ins Stocken geraten. Nun dankt Trump dem "Vorsitzenden Kim" für dessen "unverbrüchliches Vertrauen".

Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton hatte wenige Stunden zuvor erklärt, dass der Ball bei Nordkorea liege und das Land die notwendigen Maßnahmen für eine atomare Abrüstung ergreifen müsse. "Sie sind diejenigen, die die Schritte zur Denuklearisierung unternehmen müssen, und darauf warten wir", sagte Bolton bei einem Auftritt in Washington.

Kim und Trump waren am 12. Juni in Singapur erstmals zu einem historischen Gipfel zusammengekommen. Anschließend erklärte Trump die nukleare Bedrohung durch Nordkorea für beendet. Ein von Trump und Kim unterzeichnetes Papier bleibt als Absichtserklärung inhaltlich weit hinter früheren Vereinbarungen der USA mit Nordkorea und anderen Ländern zur atomaren Abrüstung zurück.

Die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea hatten sich Ende August wieder getrübt. Zuletzt hatte Trump eine Reise seines Außenministers Mike Pompeo nach Nordkorea abgesagt und dies mit dem Mangel an Fortschritten bei der Denuklearisierung begründet. Nordkorea hatte daraufhin atomare Abrüstung bis 2021 angekündigt.

Der neue Nordkorea-Beauftragte der USA, Stephen Biegun, ist inzwischen in der Region angekommen und zunächst im südkoreanischen Seoul untergebracht. Ob er sich mit Vertretern Nordkoreas an der Grenze treffen wird, ist noch unklar.

Am Sonntag lobte Trump die Führung in Nordkorea dafür, dass bei einer Militärparade in Pjöngjang keine Interkontinentalraketen gezeigt wurden. Tatsächlich hatte das Regime bei der Schau auf die Drohgebärden der vergangenen Jahre verzichtet. Diese Zurückhaltung wurde auch als Signal Kims gewertet, die Verhandlungen mit den USA über das Atomwaffenprogramm seines Landes möglichst bald fortzusetzen und die Annäherung nicht abbrechen zu wollen.

Trump schrieb an Kim: "Wir beide werden alle widerlegen! Es gibt nichts im Vergleich zu gutem Dialog zweier Menschen, die einander mögen."

Nord- und Südkorea machen weiterhin langsame Fortschritte hin zu einer funktionierenden diplomatischen Beziehung. Am Freitag eröffnen sie ihr Liaison-Office in Kaesong, einem nordkoreanischen Ort nahe der Grenze zum Süden.

Vor einem anstehenden Treffen Kims mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in werden Vertreter der beiden Länder Militärgespräche abhalten. Dabei solle es um eine Entwaffnung der gemeinsam kontrollierten Gegend um das Grenzdorf Panmunjom gehen, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mit. Die Verhandlungen sollen am Donnerstag stattfinden. Ziel sei, die Wachposten an der Front abzuziehen und gemeinsame Suchaktionen nach Soldaten zu beginnen, die seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 vermisst werden.

Kim und Moon werden sich vom 18. bis zum 20. September zu einem Gipfel in Pjöngjang einfinden. Dabei soll über die vollständige nukleare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel beraten werden.

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