Midterms in den USA:Senatssitz von Arizona geht an die Demokraten

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Midterms in den USA: Mark Kelly, alter und neuer Senator für Arizona, bei einer Rede in der Wahlnacht vor seinen Unterstützern.

Mark Kelly, alter und neuer Senator für Arizona, bei einer Rede in der Wahlnacht vor seinen Unterstützern.

(Foto: Alberto Mariani/AP)

Bei den Kongresswahlen verteidigt der frühere Astronaut Mark Kelly sein Mandat. Im Senat liegen die Partei von US-Präsident Biden und die Republikaner damit gleichauf - in zwei Staaten ist aber noch immer keine Entscheidung gefallen.

Gewissheit nach dreitägigem Auszählungskrimi: Der Demokrat Mark Kelly hat bei den Kongresswahlen im US-Bundesstaat Arizona seinen hart umkämpften Senatssitz verteidigt. Der ehemalige Astronaut setzte sich gegen den republikanischen Herausforderer Blake Masters durch, wie die Nachrichtenagentur AP sowie die Fernsehsender CNN und NBC auf Grundlage von Stimmauszählungen meldeten. Die Republikaner hatten darauf gehofft, den Demokraten den Senatssitz in Arizona abnehmen zu können.

Welche Partei im Senat künftig die Mehrheit stellt, ist weiterhin offen. Die Demokraten sind aber nur noch einen Sitz von einer Mehrheit entfernt. Von den 100 Sitzen haben sie und die Republikaner derzeit jeweils 49 sicher. In Nevada wird weiterhin gezählt; in Georgia, wo keiner der Bewerber 50 Prozent der Stimmen erreichte, kommt es Anfang Dezember zu einer Stichwahl. Sollte das Verhältnis im Senat am Ende 50:50 sein, haben die Demokraten dort die Mehrheit: Bei einem Patt entscheidet bei Abstimmungen die Stimme der Vizepräsidentin - und das ist die Demokratin Kamala Harris.

Der 36 Jahre alte Masters, ein Tech-Investor mit sehr konservativen Ansichten, war im Wahlkampf vom republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump unterstützt worden. Masters Niederlage in Arizona reiht sich ein in die Misserfolge diverser anderer republikanischer Kandidaten, die Trump unterstützt hatte. Ihr schwaches Abschneiden fällt auf den Ex-Präsidenten zurück und hat Zweifel an dessen Führungsrolle in der Republikanischen Partei aufkommen lassen. Vor der Wahl war ihr eine Erfolgswelle vorausgesagt worden. Die aber blieb aus, die Demokraten schnitten deutlich stärker ab als erwartet.

In der Nacht zeichnete sich indes doch noch ein Erfolg für Trump ab: Bei der Gouverneurswahl in Nevada hat der von ihm unterstützte Konservative Joe Lombardo offenbar den demokratischen Amtsinhaber Steve Sisolak besiegt. Das melden die Nachrichtenagentur AP und mehrere Fernsehsender - darunter NBC, CNN und Fox News - auf Grundlage von Stimmauszählungen.

Weiter offen ist, wer künftig das Repräsentantenhaus dominiert. Für eine Mehrheit sind dort 218 Sitze nötig. Nach bisher ausgezählten Abstimmungen kamen die Republikaner auf 211 Sitze und die Demokraten auf 203. Auch dort ist das Rennen deutlich enger als vor der Wahl vorhergesagt.

Die Kongresswahlen hatten bereits am Dienstag stattgefunden. Die Auszählung der Stimmen in Arizona hatte sich wegen des extrem knappen Rennens zwischen den beiden Kontrahenten und wegen wahlrechtlicher Besonderheiten in dem Bundesstaat besonders lange hingezogen.

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