USADer neue Heimatschutzminister ist ein Mann mit vielen Eigenschaften

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Er ist Mitglied der Cherokee Nation und beherrscht Mixed Martial Arts: der republikanische Senator Markwayne Mullin.
Er ist Mitglied der Cherokee Nation und beherrscht Mixed Martial Arts: der republikanische Senator Markwayne Mullin. IMAGO/BONNIE CASH/IMAGO/UPI Photo

2021 verteidigte der Kampfsportler das Kapitol gegen Trumps Gesinnungsfreunde, heute rühmt ihn der Präsident als „Maga-Krieger“. Einen großen Startvorteil hat Markwayne Mullin auf jeden Fall.

Von Peter Burghardt

Der designierte US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin darf froh sein, wenn er an seiner Vorgängerin Kristi Noem gemessen wird: Viel schlimmer als unter ihr scheint es kaum mehr werden zu können. Sie war die Karikatur einer Regierungsvertreterin. Vor ihrem Amtsantritt hatte Noem damit geprahlt, ihren ungezogenen Hund erschossen zu haben. Die Ministerin fand es dann unter anderem in Ordnung, dass Kugeln von ICE und Border Patrol in Minneapolis die Amerikanerin Renée Good und den Amerikaner Alex Pretti töteten.

Selbst Präsident Donald Trump hatte genug, als seine Auserwählte auch noch in sündteuren Werbevideos durch die Landschaft ritt. Zum Monatsende soll sie abgelöst werden, und zwar von Markwayne Mullin. Wenn sich die Mitglieder des Senats für ihn aussprechen, wonach es aussieht, dann wird dieser republikanische Senator bald das steinreiche Department of Homeland Security übernehmen.

Nun, im Kongress fällt der Kandidat zum Beispiel deshalb aus der Reihe, weil er gerne seinen Cowboyhut trägt. Kopfbedeckungen sind dort kein Standard, Mullin hat sich einen einschlägigen Ruf erarbeitet. Wenn er durch die Gänge schlendert, dann lässt er manchmal einen Gummiball auf dem Marmorboden ploppen, wie der New York Times auffiel. Außerdem gehört dieser ehemalige Kampfsportler eindeutig zu den muskulösesten Volksvertretern.

In Mixed Martial Arts gewann er seine Kämpfe

Mullin war früher in den Mixed Martial Arts aktiv und soll von seinen fünf Kämpfen alle gewonnen haben. Zur Belohnung wurde er 2016 in die Oklahoma Wrestling Hall of Fame aufgenommen, er stammt aus diesem sehr konservativen Bundesstaat. Mullin ist Mitglied der Cherokee Nation. Mit 20 übernahm er den Sanitärbetrieb seiner Eltern, Mullin Plumbing, er hat mit diesem und anderen Geschäften viel Geld verdient.

Er besitzt auch eine Rinderfarm und als einziger Senator keinen Bachelor-Abschluss, aber ein Uni-Diplom als Bautechniker. Er sei „erfolgreicher Geschäftsinhaber, aktiver Rinderzüchter und seit 28 Jahren stolzer Ehemann“ mit sechs Kindern, heißt es auf seiner Homepage. Als sich der Unternehmer 2012 erstmals zur Wahl stellte, da leitete er einen Podcast namens „House Talk“ über die Renovierung von Häusern.

So kam Mullin 2013 einerseits als Außenseiter ins Repräsentantenhaus und 2023 in den Senat. Fotos zeigen, wie er 2014 im Fitnessraum des Kongresses einen Work-out für die Kollegen leitete. „Eine Mischung aus Crossfit und Zirkeltraining“, wie er sagte. Damit machte er sich offenkundig Freunde im hohen Haus. Andererseits steht Mullin in Treue fest zum US-Präsidenten und ist eine Stimme von dessen Maga-Bewegung.

Trump ernennt einen „Maga-Krieger“

Beim Überfall von Trump-Fanatikern am 6. Januar 2021 auf das Kapitol half der gestählte Abgeordnete dabei, den Plenarsaal mit Möbelstücken gegen Eindringlinge abzudichten. Auch verteidigte er jenen Polizisten, der aus Notwehr eine Angreiferin tödlich verletzte. Bei der verspäteten Abstimmung allerdings schloss sich Mullin jener Minderheit an, die den eindeutigen Wahlsieg von Joe Biden nicht bestätigen wollte.

Mit Trump versteht er sich bestens. In seinem Netzwerk Truth Social bezeichnete ihn der Präsident als „Maga-Krieger“: „Markwayne kommt wirklich gut mit Menschen zurecht und kennt die Weisheit und den Mut, die erforderlich sind, um unsere America-First-Agenda voranzubringen.“

Auch Mullin gilt im Umgang mit Immigranten als Hardliner, ist in beiden Parteien allerdings beliebter als Kristi Noem. „Ich bin hier, um die vom Kongress verabschiedeten Richtlinien durchzusetzen“, sagte er vor ein paar Tagen. Jetzt muss er schauen, dass er bald offiziell auf seinen Posten kommt – und der Senat den Shutdown des Heimatschutzministeriums beendet. Die Demokraten verlangen Reformen bei ICE und Border Patrol, Noems Rauswurf war dabei schon mal ganz in ihrem Sinne.

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