USA„Wir haben ihn“ – Trump fordert gleich die Todesstrafe

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Diese Kinder gedenken in Orem, Utah, des ermordeten Influencers Charlie Kirk.
Diese Kinder gedenken in Orem, Utah, des ermordeten Influencers Charlie Kirk. Jim Urquhart/REUTERS
  • Zwei Tage nach dem Attentat auf den rechten Influencer Charlie Kirk ist ein Verdächtiger in Utah verhaftet worden.
  • Trump verkündete die Verhaftung persönlich im Fernsehen und forderte die Todesstrafe für den Verdächtigen.
  • Kirk wurde mit einem einzigen Schuss von einem Dach getötet, das FBI setzte 100.000 Dollar Belohnung aus.
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Zwei Tage nach dem Attentat auf den rechten Influencer Charlie Kirk ist ein Verdächtiger verhaftet worden. Für den US-Präsidenten ist klar: Er müsse die Höchststrafe bekommen.

Von Charlotte Walser, Washington

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Nicht das FBI, sondern der Präsident persönlich verkündete die Nachricht: „Ich denke, mit hoher Sicherheit haben wir ihn in Gewahrsam“, sagte Donald Trump am Freitagmorgen (Ortszeit) in der TV-Sendung „Fox and Friends“. Er habe soeben davon erfahren. Weiter sagte Trump: „Ich hoffe, er bekommt die Todesstrafe.“

Gemeint ist jener Mann, den die US-Behörden in den vergangenen 24 Stunden mit großem Einsatz gesucht hatten: der Mann, der am Mittwoch mutmaßlich den rechten Influencer und Trump-Vertrauten Charlie Kirk während einer Veranstaltung in Utah erschossen hat.

Politische Botschaften auf der Munition

Zwei Stunden später bestätigte der Gouverneur von Utah, der Republikaner Spencer Cox, auf einer Medienkonferenz: „Wir haben ihn“. Cox gab auch den Namen des Verdächtigen bekannt: Tyler Robinson. Der Mann sei am Donnerstagabend um 22 Uhr festgenommen worden. Ein Familienmitglied habe nach dem Attentat einen Freund der Familie kontaktiert. Dieser habe die Polizei verständigt und den Beamten mitgeteilt, Robinson habe die Tat „gestanden“ oder zumindest „angedeutet“.

Aufnahmen einer Videokamera zeigen laut Gouverneur Cox, wie Robinson rund vier Stunden vor dem Attentat am späteren Tatort ankommt. Die Behörden hätten auch Munition sichergestellt, auf der Botschaften eingraviert seien, sagte Cox. Eine davon laute: „Hey Faschist! Fang (die Kugel)!“ Das spreche wohl für sich selbst, sagte Cox dazu, ohne das Tatmotiv direkt zu benennen. Eine andere Botschaft laute: „Wenn du das liest, bist du schwul.“ Laut den Behörden gibt es indes auch Botschaften, die auf die Online-Gaming-Kultur hinweisen.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits kurz nach Kirks Tod die „radikale Linke“ für die Tat verantwortlich gemacht. Diese habe den politischen Gegner dämonisiert. Worte hätten Folgen, sagte er. Cox widersprach implizit: „Worte sind nicht Gewalt, Gewalt ist Gewalt“, sagte der Governeur. Genau eine Person sei verantwortlich, und diese sei nun inhaftiert.

Der Gouverneur spricht von einem Wendepunkt

Der Gouverneur sprach von einem Wendepunkt in der Geschichte der USA. Er fühle sich an die politische Gewalt in den 1960er Jahren erinnert. Die Frage sei bloß, ob Kirks Ermordung  das Ende oder der Beginn eines dunklen Kapitels sei. „Ich glaube immer noch an unser Land“, sagte Cox.

FBI-Direktor Kash Patel, der für sein Vorgehen in diesem Fall kritisiert worden war, nahm ebenfalls an der Medienkonferenz teil. Er dankte Donald Trump und lobte die Arbeit der Ermittler. Am Vorabend hatten die Behörden ein Video des Verdächtigen veröffentlicht. Es zeigt eine dunkel gekleidete Person, die vom Dach eines Gebäudes klettert. Die Person hält sich am Rand des Daches fest, lässt sich fallen und läuft weg.

Zu diesem Zeitpunkt sprachen die Behörden erstmals von einem „Verdächtigen“. Am Nachmittag, als erste unscharfe Bilder veröffentlicht wurden, hatten sie dieses Wort noch nicht verwendet. Das FBI schrieb zunächst nur, die Person sei für die Ermittlungen von Interesse. Die Behörden setzten auch eine Belohnung aus: Für Hinweise auf den Täter versprach das FBI 100 000 Dollar. Laut Cox gingen bis Donnerstagabend mehr als 7000 Hinweise ein.

Trump will Kirk zum Märtyrer machen

Fotos des Verdächtigen zeigen einen jungen Mann mit Sonnenbrille und einer schwarzen Baseball-Mütze, auf der ein Dreieck prangt. Der Mann trägt Jeans und ein schwarzes langärmeliges Shirt mit einem Aufdruck der amerikanischen Flagge. Die Ermittler fanden am Tag nach der Tat auch die mutmaßliche Tatwaffe, ein Repetiergewehr. Kirk war laut den Behörden mit einem einzigen Schuss getötet worden, vom Dach eines gegenüberliegenden Gebäudes.

Mit der Verhaftung Robinsons ist die Jagd nach dem mutmaßlichen Mörder nun zu Ende. Die Debatte über den Fall dürfte aber weitergehen – und das Land noch lange beschäftigen. Dass der US-Präsident den Ermittlungserfolg persönlich bekannt gab, ist ungewöhnlich, aber nicht überraschend: Trump hatte schon den Tod Kirks als erster vermeldet. Mit seinem Vorpreschen unterstrich er nun erneut die Bedeutung, die er diesem Attentat beimisst.

Der US-Präsident lässt keinen Zweifel daran: Er will aus der Tat politisches Kapital schlagen und Kirk zum Märtyrer machen. Trump hat bereits angekündigt, er werde Kirk posthum die Ehrenmedaille verleihen.

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