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Naher Osten:Trump warnt Iran vor Angriff auf US-Truppen im Irak

U.S. President Trump addresses the coronavirus response briefing at the White House in Washington

US-Präsident Donald Trump

(Foto: REUTERS)
  • US-Präsident Donald Trump will einen Angriff Irans auf US-Truppen im Irak verhindern.
  • Trump droht Teheran Vergeltung an, sollte es doch zu einer Attacke kommen.
  • US-Truppen im Irak würden Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Die irakische Regierung sei über die Bedrohung informiert.
  • Zugleich bietet Trump Iran einen Deal an, der eine Aussetzung der US-Sanktionen gegen Teheran beinhalten könnte.

US-Präsident Donald Trump hat im Konflikt mit Iran Teheran vor einem Angriff auf US-Truppen oder -Ziele im Irak gewarnt. Iran oder seine Verbündeten planten eine "heimliche Attacke", schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter - ohne konkret zu sagen, auf welche Informationen er sich bezieht. "Sollte das passieren, wird Iran wirklich einen sehr hohen Preis zahlen!", drohte Trump. Zugleich erklärte der Präsident bei einem Auftritt im Weißen Haus, Teheran könne schnell einen Deal mit den USA schließen, wenn sich die dortige Führung bewege. Er reagierte damit auch auf die Frage nach einer möglichen Aufhebung von Sanktionen gegen Iran, der derzeit schwer von der Corona-Krise getroffen ist.

Der Irak hat sich zusehends zum Schauplatz einer Konfrontation zwischen den USA und Iran entwickelt. Im Januar erreichte der Konflikt seinen Höhepunkt, als die USA bei einem Luftangriff in der Hauptstadt Bagdad unter anderem den iranischen Top-General Ghassem Soleimani töteten.

Trump sagte am Mittwochabend, es gebe "sehr gute Informationen", dass ein Angriff durch Gruppen geplant sei, die von Iran unterstützt würden. "Für mich ist das Iran." Er fügte hinzu: "Wir sagen nur: Tut es nicht." US-Truppen im Irak würden Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Die irakische Regierung sei über die Bedrohung informiert.

Nach Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak, die die Amerikaner nutzen, hat die US-Armee ihre mehrere Tausend Frauen und Männer starke Truppe an weniger Standorten konzentriert, von wo aus sie den Irak weiter im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützen soll.

Gleichzeitig schlägt Washington militärisch zurück: Nach dem Tod von drei Soldaten der USA und Großbritanniens Mitte März trafen US-Raketen mehrere Basen der pro-iranischen Miliz Kataib Hisbollah in verschiedenen Teilen des Iraks. Trump sagte im Weißen Haus, im Falle eines erneuten Angriffs würde die Reaktion der USA dieses Mal noch verheerender ausfallen.

Iran fordert Aufhebung von Sanktionen wegen Corona-Krise

Zugleich schlug Trump versöhnliche Töne an. Iran stecke in großen Schwierigkeiten, insbesondere die Wirtschaft des Landes. "Ich glaube wirklich, dass sie einen Deal machen wollen." Auf die Frage, ob eine Aussetzung der US-Sanktionen gegen Iran denkbar sei, sagte Trump, es wäre einfach, einen Deal mit den Iranern zu schließen. "Alles was sie tun müssen, ist anzurufen." Die Bedingung sei sehr simpel: "keine Atomwaffen". Die Iraner seien aber stolz. "Es fällt ihnen schwer, zum Telefonhörer zu greifen." Dabei könnten sie die Probleme in ihrem Land auf einfache Weise lösen.

Die USA überziehen Iran seit langem mit massiven Wirtschaftssanktionen. Trump hatte 2018 das mühsam ausgehandelte internationale Atomabkommen mit Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weit genug geht. Die Amerikaner versuchen seitdem, Teheran mit einer "Kampagne maximalen Drucks" in die Knie zu zwingen und haben nach und nach harte Strafmaßnahmen gegen das Land verhängt. Die iranische Führung spricht von einem "Krieg gegen die Wirtschaft" ihres Landes.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch in Iran fordert Teheran von der internationalen Gemeinschaft, Druck auf die USA auszuüben, um zumindest angesichts der Pandemie einige Sanktionen gegen das Land aufzuheben. Nach einer Aufstellung der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität wurden in Iran bislang bereits mehr als 47 000 Infektionen mit dem Virus nachgewiesen. Mehr als 3000 Menschen in dem Land seien an dem Erreger gestorben. Teheran zufolge erschweren die US-Sanktionen die medizinische Behandlung der Patienten. Da wegen der Sanktionen auch keine Banktransaktionen möglich sind, kann das Land keine Medikamente und medizinische Logistik aus dem Ausland kaufen.

© SZ.de/dpa/mkoh/swi
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