bedeckt München
vgwortpixel

Irak:Rakete schlägt nahe US-Botschaft in Bagdad ein

Blick über den Tigris in die "Grüne Zone": Die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad

(Foto: AHMAD AL-RUBAYE/AFP)
  • In Bagdad ist eine Rakete nahe der US-Botschaft eingeschlagen. Getötet wurde offenbar niemand.
  • In dem Stadtviertel Dschadria werden fünf Menschen durch einen Granatenangriff verletzt.
  • Mindestens zwei Raketen landeten zudem auf einem Luftwaffenstützpunkt nördlich der Hauptstadt, auf dem auch US-Soldaten untergebracht sind.

Im Irak hat es am Samstag mehrere Explosionen gegeben. In der schwer gesicherten "Grünen Zone" in der irakischen Haupstadt Bagdad ist laut Polizeikreisen eine Rakete vom Typ Katjuscha eingeschlagen. Es gebe keine Opfer, berichteten Sicherheitskräfte. Die Rakete sei nahe der US-Botschaft gelandet. Auch irakische Ministerien und das Parlament liegen in der Grünen Zone. In Dschadria, einem Stadtviertel von Bagdad, gab es ebenfalls eine Explosion. Dabei wurden Polizeikreisen zufolge fünf Personen verletzt.

Zudem schlugen zwei Raketen auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Balad, etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad, ein. Dort sind auch US-Soldaten stationiert. Die Raketen seien am Abend im Lagerhaus-Bereich der Basis niedergegangen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Berichte über mögliche Opfer des Angriffs oder Schäden gab es zunächst nicht. Die US-Truppen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Hubschrauber kreisten über dem Stützpunkt am Himmel.

Chamenei kündigt "Rache" an

Die Luftwaffenbasis, auf der die US-Ausbilder für das irakische Militär untergebracht sind, wurde schon mehrfach Ziel von bewaffneten Angriffen. Im vergangenen Jahr wurde sie etwa mit Mörsergranaten attackiert, im August wurden bei der Explosion eines Waffenlagers in der Nähe zudem zwei Menschen getötet.

Die Lage in der Region ist nach der Tötung des ranghohen iranischen Generals Qassim Soleimani durch einen US-Raketenangriff in Bagdad sehr angespannt. Die iranische Führung hatte nach dem Angriff Vergeltung angekündigt. Ajatollah Ali Chamenei schrieb in einem Beileidsschreiben, die Urheber des Angriffs erwarte "eine schwere Rache".

Die USA sollten nach Worten des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani nicht ungestraft davonkommen. "Wenn wir nichts unternehmen, dann werden die demnächst noch frecher", sagte Ruhani am Samstag in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan. Die USA hätten einen schweren Fehler begangen und es wäre nicht ratsam, solchen irrationalen Aktionen gegenüber zu schweigen, sagte der Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Bei einem Treffen mit dem Außenminister Katars sagte Ruhani: "Was die USA gemacht haben, war ein terroristischer Akt und dafür müssen sie einen hohen Preis bezahlen".

Auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte den Angriff deutlich. Er warf den USA einen Verstoß gegen das Völkerrecht vor. Das Vorgehen der Amerikaner führe zu einer Eskalation der Lage im Nahen Osten, sagte Lawrow seinem Ministerium zufolge nach einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Mohammad Dschwad Sarif.

Politik Iran Soleimanis Tod stärkt die Hardliner in Iran

Folgen der US-Attacke

Soleimanis Tod stärkt die Hardliner in Iran

Wenn die USA geglaubt haben, dass Iran ohne den mächtigen General seine Strategie ändert, dann könnten sie sich täuschen. Im Gegenteil, Teheran dürfte noch konfrontativer agieren - und das wird auch Europa spüren.   Von Paul-Anton Krüger